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Die EU hat eine öffentlich-private Forschungspartnerschaft über 1,6 Milliarden Euro ins Leben gerufen, welche der Luftverkehrsindustrie helfen soll, umweltfreundliche Technologien für Flugzeuge zu entwickeln.
Die gemeinsame Technologieinitiative ‘Clean Sky’ wurde von dem Kommissar für Forschung Janez Potočnik bei der Pariser Airshow am 20. Juni 2007 ins Leben gerufen. Es handelt sich bei ihr um ein siebenjähriges Forschungsprogramm, das darauf abzielt, bis 2015 den Lärm von Flugzeugen um die Hälfte, die CO2-Emissionen um 40% sowie die Stickoxidemissionen um 60% zu verringern.
Die Initiative wird zu einem Zeitpunkt gegründet, an dem die EU versucht, die zunehmende Luftverschmutzung durch die rapide anwachsende Luftverkehrsbranche zu kürzen. Sie ist Teil eines auf drei Säulen beruhenden Ansatzes, der den kontroversen Vorschlag enthält, Fluggesellschaften in das CO2-Emissionssystem der EU für die Deckelung der Höchstmengen und den Handel einzuschließen (siehe LinksDossier über Luftfahrt und Emissionshandel).
‚Clean sky’ ist eine von sechs geplanten gemeinsamen Technologieinitiativen der Kommission innerhalb ihres siebten Forschungsrahmenprogramms. Dieses zielt darauf ab, die Fragmentierung von Forschungsbemühungen zu vermeiden und großangelegte, langfristige Investitionen in den strategischen Forschungsbereichen zu fördern (EurActiv vom 7. März 2007).
Die Initiative ‚Clean Sky’ wird zu gleichen Teilen vom 7. Rahmenforschungsprogramm sowie von Wirtschaftsfonds finanziert werden. Es wird sich auf sechs spezifische Projekte konzentrieren: die Konstruktion von umweltfreundlicheren Motoren, die Anpassung von Flügeltechnologien um neue Flugzeuge energieeffizienter zu gestalten und die Entwicklung leichterer Materialien. Die EU hofft, dass dies die europäischen Flugzeughersteller im weltweiten Wettbewerb um den Bau der umweltfreundlichsten Flugzeuge unterstützt.
Kommissar Potočnik sagte: „Die EU redet nicht nur über die Bewältigung des Klimawandels. Sie nimmt auch die notwendigen Investitionen in die technologische Entwicklung vor. Nach Untersuchungen der Europäischen Kommission entfallen 4 % der Treibhausgasemissionen im Jahr auf die Luftfahrtbranche. Daher begrüße ich das Engagement der Branche bei der Clean-Sky-Initiative ganz besonders. Clean Sky wird sowohl öffentliche als auch private Mittel optimal nutzen, um sauberere und leisere Flugzeuge zu entwickeln, wobei sich auch in anderen wissenschaftlichen Bereichen Nutzeffekte ergeben werden, beispielsweise bei Werkstoffen, Rechnersimulation und Energiemanagement.“
Die Fluggesellschaften haben die Initiative begrüßt. Gleichzeitig forderten sie aber die EU-Regierungen dazu auf, sich stärker auf die dritte Säule der europäischen Strategie zur Begrenzung der Auswirkungen auf die Umwelt durch den Luftverkehr zu konzentrieren – die Schaffung eines ‚einheitlichen europäischen Luftraums’.
Laut der Association of European Airlines (AEA) werden etwa 12% des Kohlenstoffdioxidausstoßes unnötigerweise aufgrund von unzulänglicher Infrastruktur verursacht, obwohl die europäischen Fluggesellschaften ihre Treibhausgasemissionen bereits erfolgreich durch technologische Verbesserungen verringert haben.
Der Generalsekretär der AEA Ulrich Schulte-Strathaus sagte, während die EU versuche, den Luftverkehr in das Emissionshandelssystem zu integrieren, habe man die Aussicht, künftig Zertifikate kaufen zu müssen, um sich dann entweder in der ‚Warteschleife’ zu befinden oder sich im Zick-Zack-Kurs zwischen den nationalen Flugverkehrsnetzen zu bewegen.
Laut Schulte-Strathaus wäre der einheitliche europäische Luftraum gut für die Umwelt, er würde die Kosten der Fluggesellschaften verringern und Verspätungen für Passagiere mindern. Das Projekt sei technisch umsetzbar; sein größtes Hindernis sei politischer Natur. Es liege im Wesen der Sache, dass das Konzept des ‚einheitlichen europäischen Luftraums’ von den individuellen Länder erfordere, ihre Souveränität über ihren Luftraum aufzugeben und in einem einzigen, gemeinsamen System zu kooperieren, so Schulte-Strathaus.