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Fahrrad als „erstes modernes postfossiles Fahrzeug” bezeichnet [DE]

Veröffentlicht 15. Mai 2009 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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Radfahren ist nicht nur gut für die Gesundheit, sondern kann auch helfen, die globalen Fragen des Klimawandels und der Abhängigkeit von Erdöl zu bekämpfen, so Experten auf der „Velo-City“-Weltkonferenz in dieser Woche in Brüssel. 

Jörg Schindler, ein Aktivist bei der Energywatch Group, einer NGO sagte, dass Öl in den kommenden Jahren in geringerem Maße zur Verfügung stehen werde, da bekannten Reserven versickert sein werden und weniger neue Felder entdeckt und ausgebeutet werden.

Der Verkehr hänge zu weit über 90 Prozent vom Öl ab, ob nun auf der Straße, in der Schifffahrt oder im Flugverkehr, so ein Bericht der NGO.  Der Gipfel der Ölversorgung sei nun erreicht warnte Schindler und sagte, dass er erwarte, dass elektrische Fahrräder den Drahtesel zum ersten modernen postfossilen Gefährt machen werden. 

Jean-Pascal van Ypersele, ein Wissenschaftler der dem Zwischenstaatlichen Ausschuss für Klimaänderungen (IPCC) vorsitzt betonte, dass die CO2 Emissionen des Verkehrs in den vergangenen zwanzig Jahren ihre höchsten Zuwächse verzeichnet hätten.

2,1 Millionen Tonnen CO2 würden allein durch Fahrten zur Schule produziert, sagte Phillip Darmon, Vorsitzender von Cycling England, einer Abteilung der britischen Verkehrinitiative.  

Es gebe eine wachsende Erkenntnis, dass Fahrradfahren zum Kampf gegen Fettleibigkeit, Verkehrsstaus, Klimawandel und sogar zur Verbesserung der Lebensqualität beitrage, so Darmon, aber die potentielle Rolle die das Fahrrad in der wirtschaftlichen Entwicklung spiele würde von den Entscheidungsträgern weitgehend ignoriert werden. 

Weiter wies Darmon auf die gesundheitlichen Vorteile des Radfahrens hin: Es reduziert das Risiko früh an Herzversagen zu sterben, Diabetes oder Bluthochdruck zu entwickeln oder an Darm- oder Brustkrebs zu erkranken, helfe aber auch das gewicht zu kontrollieren und Gefühle der Depression oder Angst zu reduzieren.  So könnten die Ausgaben der Gesundheitsversorgung drastisch reduziert werden, sagte er. 

Francesca Racioppi  von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sagte, dass alle Studien gezeigt hätten, dass die Gewichtung der Vorteile gegenüber negativen Punkten weit überwiege. 

Sie sagte Radfahrer seien nicht mehr Abgasen ausgesetzt seien als Fußgänger oder Autofahrer, da sie Hauptstraßen vermeiden könnten und nicht in Verkehrsstaus stecken bleiben. 

Racioppi erklärte auch, dass Länder mit mehr Fahrradfahrern (Norwegen, Schweiz und Dänemark) weniger Bürger mit Übergewicht und Fettleibigkeit hätten. Die Kommission sei bereit seinen Aktionsplan für die städtische Mobilität in fünf Monaten zu präsentieren, sagte der Sprecher des Kommissars Tajani. „Nach einer Sackgasse Ende Dezember 2008, ist der Vizepräsident Tajani nun davon überzeugt, dass es möglich ist die Unterstützung der Mitgliedstaaten und der lokalen Behörden zu gewinnen“, erklärte er gegenüber EurActiv.

Hintergrund : 

Das Grünbuch der Europäischen Kommission über städtische Mobilität, dass im Jahr 2007 gestartet wurde schlug vor, dass Radfahren ein wichtiger Bestandteil von städtischer Verkehrsplanung werden solle. 

Der Kommissar für Transport Antonio Tajani hat wiederholt sein Bestreben beteuert, für 2009 einen konkreten Aktionsplan vorzulegen, um Radfahren in europäischen Städten zu fördern. (EurActiv vom 22. April 2009).  

Um sicheres Radfahren zu ermutigen, fördert die EU Infrastrukturmaßnahmen für Radfahrer durch ihren Strukturfonds. Für den Zeitraum von 2007 bis 2013 ist vorgesehen in der gesamten Union mehr als 600 Millionen Euro in Infrastruktur zu investieren, so die Kommission. 

Projekte stehen in Verbindung mit dem STEER Programm, das nachhaltige Energienutzung im Transportsektor fördert und CIVITAS, eine EU-Initiative die Städten hilft nachhaltige, saubere und energieeffiziente städtische Transportsystem zu schaffen.

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