Die Kommission ist über die Lösung uneins Umweltkommissar Stavros Dimas und Industriekommissar Günter Verheugen sind unterschiedlicher Auffassung darüber, ob die Hauptverantwortung bei den Automobilherstellern liegen sollte – wie es bei der derzeitigen freiwilligen Verpflichtung der Fall ist – oder, ob die Verantwortung von allen Stakeholdern getragen werden sollte.
Verpflichtende CO2-Grenzen für Automobilhersteller? Umweltkommissar Stavros Dimas möchte verpflichtende Emissionsziele für Neuwagen von 120 g/km ab 2012 festlegen.
Unternehmens- und Industriekommissar Verheugen befürchtet, dass solche Maßnahmen vor allem Hersteller von großen und leistungsstarken Fahrzeugen treffen würden.
In der Tat ist es mit den derzeitigen Technologien für Hersteller von großen Fahrzeugen und so genannten SUVs, wie Jaguar, Land Rover und Porsche, unmöglich, innerhalb der nächsten fünf Jahre die Zielvorgaben zu erreichen.
Derzeit können laut dem Umweltverband Verkehr & Umwelt (T&E) nur vier europäische Automobilhersteller (Fiat, Citroën, Renault und Peugeot) das Ziel von 140 g/km bis 2008 erreichen.
Ein integrierter Ansatz? Die Automobilindustrie vertritt die Auffassung, dass ein geteilter Ansatz, der neben den Autoherstellern ebenfalls Reifenhersteller, Kraftstoffzulieferer, Werkstätten, Fahrer und öffentliche Behörden einbezieht, effektiver wäre, um das Ziel – eine Reduzierung der CO2-Emissionen – zu erreichen.
Die Kommission sollte sich nicht ausschließlich auf die Verbesserung der Technologie konzentrieren, sondern auch alternative Kraftstoffe fördern, CO2-basierte Besteuerung von Fahrzeugen und Kraftstoffen einführen, Programme fördern, die darauf abzielen, das Fahrverhalten der Verbraucher zu ändern und Verkehrskontrollsysteme einführen, um Staus zu vermeiden, so die Position der Automobilbranche.
Eine Kompromisslösung?
Die Kommission könnte sich darauf verständigen, eine verbindliche Zielvorgabe von 125-130 g/km bis 2012 einzuführen. Die weiteren Reduzierungen könnten durch weitere Maßnahmen, wie striktere Vorgaben für Klimaanlagen und Reifen und Programme zur Förderung von CO2-effizienten Fahrtechniken, erreicht werden.
Einbeziehung von Autos in das Emissionshandelssystem der EU?
Industriekommissar Verheugen hat den Gedanken geäußert, den Automobilsektor in das Emissionshandelssystem der EU einzubeziehen. Innerhalb des Systems können Unternehmen CO2-Zertifikate kaufen und verkaufen. Der Vorschlag, das System auf die Flugindustrie auszuweiten, wird derzeit von Rat und Parlament geprüft.



