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Fluggesellschaften könnten von Emissionshandel profitieren [DE]

Veröffentlicht 18. Dezember 2006 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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Ein für diese Woche erwarteter Vorschlag der Kommission, der den CO2-Ausstoß des Luftverkehrs senken soll, könnte nach Angaben des britischen Institute for Public Policy Research den Gewinn der Fluggesellschaften um 4 Mrd. Euro erhöhen.

Eine Studie des Institute for Public Policy Research (IPPR) vom 18. Dezember 2006 kommt zu dem Ergebnis, dass die Fluggesellschaften durch die Teilnahme am europäischen Emissionshandelssystem (ETS) einen unerwarteten Gewinn von 4 Mrd. Euro erzielen könnten.

Die Kommission wird voraussichtlich am 20. Dezember 2006 Pläne vorlegen, nach denen alle Flüge, die auf europäischen Flughäfen starten oder landen, in das Emissionshandelssystem einbezogen werden sollen.

Es wird erwartet, dass die Kommission den Fluggesellschaften - ähnlich wie bereits dem Stromerzeugungssektor und anderen am ETS teilnehmenden energieintensiven Industrien - kostenlose Kredite verleihen wird.

Das IPPR ist jedoch der Auffassung, dass dieses System die Fluggesellschaften dazu verleiten würde, die mit dem ETS verbundenen Kosten an die Passagiere weiterzugeben, um den Gewinn von bis zu 4 Mrd. Euro für sich zu behalten.

Das IPPR fordert deshalb, dass die EU die Mitgliedstaaten dazu verpflichten solle, die Kredite zu versteigern.

Die EU solle nicht den Fehler wiederholen, den sie beim Energiesektor gemacht habe und der Luftverkehrsindustrie kostenlose Emissionskredite geben, sagte Simon Retallack, Leiter des Klimateams des IPPR und Mitverfasser der Studie. Der britische Energiesektor habe im ersten Jahr der Teilnahme am ETS rund 1 Mrd. Pfund an unerwarteten Gewinnen erhalten, weil die Branche kostenlose Emissionskredite erhalten habe, so Retallack. 

In einer weiteren Studie schätzt der WWF, dass die europäischen Fluggesellschaften durch die Teilnahme am ETS jährliche Gewinne von bis zu 3,5 Mrd. Euro erwirtschaften könnten.

Trotz dieser für die Luftverkehrsindustrie positiven Schätzungen befürchten die Fluggesellschaften eine Beschädigung der Handelsbeziehungen mit anderen Ländern, vor allem mit den USA.

Der Vorstandschef der British Airways, Martin Broughton, forderte die Kommissare auf, den aktuellen Plan, das Emissionshandelssystem auf alle Flüge nach und von Europa anzuwenden, fallen zu lassen. Broughton sprach sich stattdessen für einen einfacheren Ansatz aus, der nur innereuropäische Flüge betreffen solle.

Broughton sagte, der Vorschlag der Kommission sei zu ambitioniert und deswegen letztlich selbstschädigend. 

Die amerikanischen Behörden haben bereits erkennen lassen, dass sie gegen die Einbeziehung amerikanischer Fluglinien in das System sind, was die Grundlage für neue transatlantische Divergenzen bilden könnte.

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