Die Frage, wie der seit fünfzehn Jahren währende Prozess der Liberalisierung der Postmärkte abgeschlossen werden kann, wird im Mittelpunkt der Diskussionen im Parlament vom 2. bis zum 8. Mai 2007 stehen. In dieser Zeit werden vier unterschiedliche Ausschüsse über den Bericht abstimmen, den Berichterstatter Marcus Ferber über den Kommissionsvorschlag, die Postmärkte ab dem 1. Januar 2009 vollständig zu öffnen, vorgelegt hat.
In einem Gespräch mit EurActiv bestätigte Ferber seine Absicht, 2009 als Zeitfrist für die Abschaffung der so genannten „reservierten Bereiche“, die den etablierten Betreibern derzeit ermöglichen ein lukratives Monopol für die Auslieferung von Briefen unter 50 Gramm aufrecht zu erhalten, festzuhalten.
Dieses System ermöglicht öffentlichen Betreibern, die Kosten für die Finanzierung der Universaldienste (Abholung und Zustellung von Post für alle Kunden, unabhängig ihrer Wohngegend, an mindestens fünf Tagen der Woche) zu kompensieren. Eine Reihe von Mitgliedstaaten, vor allem Frankreich, ist der Auffassung, dass diese Dienstleistung unter einer Abschaffung des Mechanismus leiden würden.
Ferber ist jedoch der Meinung, dass es an der Zeit ist, dieses Monopol abzuschaffen. Selbst in einer vollständig liberalisierten Gegend, könnten die Kosten für die Universaldienste gedeckt werden, so Ferber. Schweden sei hierfür ein Beispiel, ein großes Land mit vielen ländlichen Gebieten, in dem die Postliberalisierung dennoch nicht zu Einbußen geführt habe.
Ferber schließt jedoch nicht die Einführung neuer Finanzmechanismen aus, um zu gewährleisten, dass die Universaldienste aufrechterhalten werden. Er betonte die Notwendigkeit, normale Menschen, die ein bis zwei Briefe im Monat verschickten, zu schützen, anstelle der großen Unternehmen.
Der Berichterstatter würde ebenfalls gerne einige Vorschriften über harmonisierte Mindestsozialstandards für Postangestellte in Europa einführen, ähnlich der Vorschriften in der Dienstleistungsrichtlinie, um zu vermeiden, dass der stärkere Wettbewerb zu einer Abwärtsspirale führt.
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