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Mário Lino, der für Postfragen zuständige portugiesische Minister, hat mit EurActiv über seine Hoffnungen gesprochen, kommende Woche während des Treffens der EU-Verkehrs- und Kommunikationsminister eine politische Einigung zu dem heiklen Thema der Öffnung der nationalen Postdienste für den vollständigen Wettbewerb zu erlangen.
Im Oktober 2006 hat Charlie McCreevy, der EU-Kommissar für den Binnenmarkt, Pläne vorgelegt, welche die Entflechtung bestehender Monopole der Postmärkte und die Öffnung des 88 Milliarden Euro schweren europäischen Postsektors für den vollen Wettbewerb bis zum 1. Januar 2009 vorsehen.
Europäische Postdienste wurden in den vergangenen Jahrzehnten bereits wesentlich liberalisiert. Etablierte Marktteilnehmer haben jedoch das Recht, ein lukratives Monopol über die Zustellung von Briefen unter 50 Gramm beizubehalten, verteidigt. Als Gegenleistung stellen sie allen Bürgern einen kostengünstigen Zustellungsdienst fünf Tage pro Woche sicher.
Die Kommission möchte nun diesen so genannten reservierten Bereich auflösen, um neuen Marktteilnehmern den Zugang zum Markt zu erleichtern. Sie sagt, gesteigerter Wettbewerb werde zu einer günstigeren, schnelleren und innovativeren Leistungserbringung führen.
Die Postangestellten in ganz Europa ebenso wie nationale Betreiber in Frankreich, Belgien, Luxemburg, Italien, Spanien, Griechenland, Polen, Ungarn und in einigen anderen neuen Mitgliedstaaten sind der Meinung, dass der von der Kommission vorgeschlagene Zeitrahmen öffentliche Betreiber vernichten werde, und dass dies zu einem schlechteren Kundendienst und enormen Arbeitsplatzverlusten führen werde.
Andererseits haben andere Länder, in denen die Liberalisierung bereits in vollem Gange oder abgeschlossen ist, wie im Vereinigten Königreich, in Schweden, in den Niederlanden und in Deutschland, den Vorschlag der Kommission vehement verteidigt. Sie sind der Meinung, dass sich der 20 Jahre andauernde Liberalisierungsprozess bereits viel zu sehr in die Länge ziehe und unterstützen eine Öffnung neuer Märkte für ihre nationalen Betreiber.
Die Mitgliedstaaten stünden kurz vor einer politischen Einigung über einen umstrittenen Kommissionsvorschlag zur Öffnung der Märkte für den vollen Wettbewerb, sagte Portugals Minister für Öffentliche Bauten, Transport und Kommunikation, Mário Lino, im Gespräch mit EurActiv. Am 1. Oktober 2007 findet in Luxemburg ein wichtiges Treffen der Verkehrs- und Kommunikationsminister der EU statt.
Laut Lino, dessen Land derzeit die sechsmonatig wechselnde EU-Ratspräsidentschaft innehat, sollte ein Kompromissverschlag, den er Anfang September 2007 vorgelegt hat, „eine beträchtliche Zahl zögerlicher Partner“ zu einer Zustimmung bewegen. „Alle Zeichen, die uns erreichen, sind positiv“, fügte Lino hinzu.
Sein Vorschlag beinhaltet eine Reihe von Erwägungen, die vom Europäischen Parlament in einer Abstimmung der ersten Lesung vorgebracht wurden (EurActiv vom 12. Juli 2007). Zu diesen zählen:
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