Bestimmte Sicherheitssysteme, wie beispielsweise das automatische Notrufsystem „eCall“, eine elektronische Stabilitätskontrolle (ESC; electronic stability control) und Unfallvermeidungssysteme, könnten laut einer zweiten Kommunikation, die am 18. September 2007 von der Kommission während der Jahresveranstaltung der Initiative „Intelligentes Fahrzeug“ in Versailles (Frankreich) vorgelegt wurde, verpflichtend für alle Straßenfahrzeuge werden.
Die Kommission erklärt, dass eCall jährlich bis zu 2 500 Menschenleben retten könnte, aber dass sich bisher zu wenige Mitgliedstaaten (bisher 12 von 27 Mitgliedstaaten) für die Umsetzung der Technologien eingesetzt hätten.
Die Idee hinter eCall ist die, dass im Fall eines schweren Unfalls die mit dem System ausgestatteten Fahrzeuge automatisch die einheitliche europäische Notrufnummer 112 anwählen und damit der nächstgelegenen Notaufnahme die grundlegenden Informationen über den Unfall übermitteln, einschließlich der genauen Angabe des Unfallortes, selbst wenn es keinem der Insassen möglich ist zu kommunizieren.
Die Kommission hat angekündigt, sie werde Verhandlungen mit europäischen, japanischen und koreanischen Automobilherstellern über den freiwilligen Einbau von eCall als Standarausrüstung in allen neuen Fahrzeugen ab 2010 aufnehmen. Sie betont jedoch zugleich, dass, falls ein Fortschritt nur langsam erzielt werde, neue regulatorische Schritte zur Einführung des Systems eCall ab 2008 ins Auge gefasst werden könnten.
Die Kommission fügt hinzu, dass sie im Laufe des Jahres mit Stakeholdern die Frage diskutieren werde, ob der Einbau des Systems zur elektronischen Stabilitätskontrolle als auch von Bremsassistenz- und Unfallvermeidungssystemen verbindlich für alle Fahrzeuge ab 2011 vorgeschrieben werden sollte.
Laut Kommission könnte die elektronische Stabilitätskontrolle helfen, das Risiko der Schleudergefahr – das für mindestens 40% aller schweren Verkehrsunfälle verantwortlich ist – zu reduzieren und somit jährlich 4 000 Menschenleben zu retten und 100 000 schwere Unfälle zu verhindern.
Laut Angaben der Kommission sei die Verfügbarkeit der elektronischen Stabilitätskontrolle in neuen Fahrzeugen noch immer gering (40% in den Staaten der EU-25 im Jahr 2005) und variiert stark von Markt zu Markt aufgrund verschiedener Geschäftsstrategien der Hersteller sowie unterschiedlich großer Unterstützung durch die Behörden (85% in Schweden, 31% in Italien). Das Ziel sei die 100%ige Verfügbarkeit der elektronischen Stabilitätskontrolle in Europa bis 2012, so die Kommission.
Die Kommission fügte hinzu, sie werde bis Mitte 2008 Leitlinien erarbeiten, in denen den Mitgliedstaaten Anreize – wie Steuererleichterungen – sowie Möglichkeiten zur vereinfachten Einführung intelligenter Fahrzeugsysteme aufgezeigt werden sollen. Ziel dieser Leitlinien werde es sein, die Fahrzeuge sicherer, umweltfreundlicher und intelligenter zu machen.



