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4. Dezember 2008
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Prozess zum Erika-Unglück: Höchststrafe gefordert [DE][en][fr

Erschienen: Dienstag 5. Juni 2007   

Die Staatsanwaltschaft hat die Höchststrafe für das französische Ölunternehmen Total sowie die Inhaftierung des Managers und des Besitzers des Tankers „Erika“ gefordert, die eine Rolle beim Untergang des Schiffes gespielt hatten. Die Erika-Havarie war 1999 für eine erhebliche Ölkatastrophe und die Verwüstung der französischen Küste verantwortlich.

Nach viermonatigen Verhandlungen sind sieben der 15 beschuldigten Personen am 4. Juni 2007 für ihre Rolle beim Untergang des 25 Jahre alten rostigen Tankers „Erika“ verurteilt worden. Durch das Unglück wurden mehr als 20 000 Tonnen Öl an die französische Küste gespült, welche die Meeresumwelt zerstörten und hunderttausende Seevögel töteten.

Der Ölteppich verursachte Aufruhr und veranlasste die Europäische Kommission, eine Reihe strenger Präventivmaßnahmen anzunehmen, die als Erika I- und II-Pakete external bekannt sind. Ein sogar noch strengeres, drittes Paketexternal wird momentan vom Europäischen Parlament geprüft. Die 27 Mitgliedstaaten werden sich am 6. Juni 2007 im Rat um eine politische Einigung über dieses Paket bemühen, das die Pflicht der Staaten betrifft, sicherzustellen, dass Schiffe unter ihrer Flagge den internationalen Standards entsprechen. Außerdem regelt das Paket die Entschädigung Dritter im Falle von Havarien.

Im Fall der Erika haben die Staatsanwälte eine Strafe von 375 000 Euro für das unternehmen Total SA für die Meeresverschmutzung gefordert. Die Anklage gegen Bertrand Thouillin, die einzige Person aus der Führungsriege von Total, gegen den ermittelt wurde, wurde hingegen fallen gelassen. Man sprach sich für einen Freispruch in der Frage seiner Mitschuld bei der Gefährdung von Leben aus.

Der italienischen Zertifizierungsgesellschaft RINA, welche dem Schiff die Seefähigkeit attestiert hatte, widerfuhr eine ähnliche Behandlung.

Die zwei Staatsanwälte forderten ebenfalls eine einjährige Haftstrafe und die maximale Geldstrafe von 75 000 Euro für den Schiffsinhaber Giuseppe Sayarese und den Manager Antonio Pollara, denen Umweltverschmutzung wegen ‚Leichtsinn und Fahrlässigkeit“ sowie ‚Gefährdung des Lebens anderer’ vorgeworfen wird.

Der indische Kapitän der Erika, Karun Mathur, sieht einer Geldstrafe von 10 0000 Euro wegen Umweltverschmutzung entgegen, weil er die ‚Anomalien’ von Anfang an bemerkt habe. Der Vorwurf, Personen gefährdet zu haben, wurde allerdings fallen gelassen, da die gesamte Besetzung gerettet wurde.

In dem Fall treten etwa 110 Kläger auf, die rund eine Milliarde Euro Schadenersatz fordern, inklusive 153 Millionen Euro für den französischen Staat und 150 Millionen Euro für die Regionen, um die Kosten für die Reinigung und die Bergung des Wracks zu decken.

Das Gericht wird die Verteidiger am 13. Juni 2007 anhören, bevor es sein endgültiges Urteil Ende 2007 oder Anfang 2008 verkündet.

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