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Verkehr soll im Zentrum der Klimadebatte stehen [DE]

Veröffentlicht 11. Juni 2007 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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Der Verkehrssektor, der einen bedeutenden Beitrag zu den Treibhausgasemissionen leistet und stetige Wachstumsraten zu verzeichnen hat, wird die EU-Gesetzgebung zu spüren bekommen. Dies haben die europäischen Verkehrsminister bei ihrem Treffen am 8. Juni 2007 angekündigt.

Der Verkehrssektor müsse ebenfalls einen bedeutenden Beitrag zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen leisten und des Energieverbrauchs bis 2020 um 20% senken. Dies haben die europäischen Verkehrsminister am 8. Juni 2007 in ihrer neuen „europäischen Energiestrategie für den Verkehr“ betont.

Da allein im Frachtverkehr Wachstumsraten von 50% zwischen 2000 und 2020 erwartet werden, ist der Verkehrssektor im Begriff, sich in den Mittelpunkt der Diskussionen zu stellen, während die EU-Regierungen daran arbeiten, die Erfüllung ihrer ehrgeizigen Ziele zu Energie und Klimawandel zu erreichen (EurActiv vom 9. März 2007). Bisher wurde der Verkehrsbereich in sämtlichen EU-Strategien zur Bekämpfung des Klimawandels übergangen.

Neben den Maßnahmen zur Begrenzung der CO2-Emissionen von Fahrzeugen (siehe das Linksdossier zu Autos und CO2) und um die Luftfahrt in das Emissionshandelssystem einzubinden (siehe Linksdossier zu Luftfahrt und Emissionshandel), forderte der Rat auch die Schifffahrt auf See und auf Binnengewässern sowie den Schienenverkehr dazu auf, einen größeren Teil des Frachtverkehrs zu übernehmen. Der Rat sagte, dass weitere Bemühungen notwendig seien, um diese Transportmöglichkeiten gegenüber dem Straßen- und Luftverkehr zu stärken.

Nichtsdestotrotz müssten Züge und Schiffe auch sauberer und effizienter werden, sagten die Minister, und fügten hinzu, dass Belastungen für die Infrastruktur ein Schlüsselinstrument seien, damit jedes einzelne Verkehrsmittel die vollen Kosten seiner ‚ökologischen Fußspuren’ trage. Die Kommission wird bis Juni 2008 ein allgemeines Modell für entsprechende Berechnungen vorlegen.

Die Entwicklung von alternativen und erneuerbaren Kraftstoffen sei ebenfalls eine der obersten Prioritäten, erklärten die Minister (siehe auch LinksDossier zu Alternativen Kraftstoffen für den Straßenverkehr). Dennoch warnten sie vor möglichen negativen Nebeneffekten, die mit der Entwicklung von Biokraftstoffen in Zusammenhang stünden, und forderten von der Kommission ein  Zertifizierungssystem für Biokraftstoffe, das auf Nachhaltigkeit und ihrem Beitrag zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen basieren solle. Sie forderten weiterhin, dass so genannten Technologien für Produktionsverfahren der zweiten Generation stärker berücksichtigt werden müssten.

Die Energiestrategie für den Verkehr solle keine beträchtlichen Auswirkungen auf die Mobilität in Europa haben, betonten die Minister. Sie fügten hinzu, nur ‚gerechte und kosteneffiziente Maßnahmen’ würden realisiert werden. Diese würden auf lange Sicht die europäische Wirtschaft wettbewerbsfähiger werden lassen.

Nichtsdestotrotz müssen weite Teile der Industrie noch immer überzeugt werden. Viele befürchten, Europas alleiniger Kampf gegen den Klimawandel könne die Wettbewerbsfähigkeit des Kontinents durch die Steigerung der Preise für Fahrzeuge und Flugreisen tatsächlich beeinträchtigen und diese für die europäische Wirtschaft wichtigen Industrien zerschlagen.

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