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Brüssel belegt Energieriesen-‚Mafia’ mit gewaltigen Ordnungsstrafen [DE]

Veröffentlicht 02. Oktober 2008 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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Sasol, Total, ExxonMobil und sechs weitere Konzerne wurden gestern (1. Oktober 2008) mit einer Strafe von insgesamt 676 Millionen Euro belegt, weil sie an einem Kartell teilnahmen, das über 13 Jahre lang die Preise für Paraffin abgesprochen hat. Paraffin ist ein petrochemisches Produkt, das verbreitet zur Herstellung von Konsumgütern wie Papierbechern, Kerzen und Reifen verwendet wird.

Die Unternehmen, die an dem Kartell, das auch die ‚Paraffin-Mafia’ genannt wird, beteiligt waren, hätten sensible Geschäftsinformationen ausgetauscht und somit zwischen 1992 und 2005 die europäischen Märkte für Paraffinwachs wesentlich manipuliert, so die Kommission. Außerdem haben regelmäßige Treffen in teuren Hotels in ganz Europa stattgefunden.

Wie Neelie Kroes erläuterte, „haben vermutlich Haushalte und Unternehmen in ganz Europa schon Produkte gekauft, die von den Praktiken der ,Paraffin-Mafia’ betroffen waren“. Die Umsätze auf dem Markt erreichen fast 500 Millionen Euro.

Das Energieunternehmen Shell, das auch an dem Kartell beteiligt war, ließ die Machenschaften auffliegen und entging einer Strafe dank seiner Zusammenarbeit mit den für Wettbewerbsverstöße zuständigen europäischen Behörden, die im April 2005 unangekündigte Kontrollen in den Büros der Unternehmen durchgeführt hatte.

Die betroffenen Unternehmen wurden mit folgenden Strafen (in Millionen Euro) belegt:

  • Sasol (Deutschland) - €318 
  • Total (Frankreich) - €128 
  • Shell – Strafe auf €96 angesetzt, aber wegen Kooperation erlassen 
  • ExxonMobil - €83 
  • RWE (Deutschland) - €37 
  • ENI (Italien) - €29 
  • Hansen & Rosenthal (Deutschland) - €24 
  • MOL (Ungarn) - €23 
  • Repsol (Spanien) - €19 
  • Tudapetrol (Deutschland) - €12 

Die Gesamtsumme der Strafe ist die vierthöchste, die die Kommission jemals irgendeiner Wirtschaftsbranche in Europa auferlegt hat. Kroes gab an, sie hoffe, dass die Maßnahmen das Management dieser und anderer Unternehmen dazu ermutigen werde, ihrem Personal genau auf die Finger zu schauen, und dass die Aktionäre wiederum die Arbeit des Managements genau prüfen würden.

Sasol, dessen Strafe verdoppelt wurde, weil das Unternehmen das Kartell angeführt hatte, hat bereits angekündigt, die Entscheidung anfechten zu wollen.

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