Seit Kommissionspräsident Barroso die Idee eines Forschungsinstituts das erste Mal im Fabruar 2005 geäußert hatte, hat es für dieses Projekt viel Kritik gehagelt. Der ursprüngliche Plan der Kommission, der die Gründung eines einzigen Campus und langfristige Verpflichtungen seitens der Wissenschaft und der Wirtschaft vorsah, war sogar vom kommissionseigenen Forschungsbeirat (EURAB) abgelehnt worden.
In seinem ersten Bericht, der im April 2005 vorgelegt wurde, warnten EURAB-Experten die Kommission, dass ein Institut in weltklasse nicht „top-down“ gegründet werden könne, und betonten, dass das ETI die volle Unterstützung der Wirtschafts benötige um erfolgreich zu sein, und dass die Unabhängigkeit vom Verwaltungsrat 100% gewährleistet sein müsse.
Im März 2006 erlitt das ETI einen zweiten Rückschlag als der Europäische Rat die Möglichkeit der Gründung eines einzigen Campus’ zurückwies. Stattdessen befürworteten die Staats- und Regierungschefs die Gründung des ETI in Form eines virtuellen Netzwerks bereits existierender Institute. Dies zwang die Kommission, ihre ursprünglichen Vorschläge abzumildern, und im Einklang mit den Vorschlägen des Rates die endgültigen Vorschriften im Oktober 2006 vorzulegen.
Der Vorschlag der Kommission wird derzeit in zwei Ausschüssen des Europäischen Parlaments diskutiert (Industrie und Forschung sowie Kultur und Bildung) sowie in einer speziellen Ad-Hoc-Arbeitsgruppe, die von der deutschen Ratspräsidentschaft organisiert und geleitet wird. Die deutsche Ratspräsidentschaft steht dem gesamten Projekt sehr skeptisch gegenüber; sie beabsichtigt eine Übereinkunft zu nur einer Wissens- und Innovationsgemeinschaft, um das Konzept zunächst zu testen, bevor ein wirkliches ETI gegründet wird.




