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Entscheidungsträger aus der Forschung haben die EU-Mitgliedstaaten aufgefordert, nationale Pläne für umfassende Forschungsinfrastrukturen zu entwickeln, so dass mit der Umsetzung eines europäischen Fahrplans , der 2006 angenommen wurde, begonnen werden kann.
Das European Strategy Forum on Research Infrastructures (ESFRI) hat im Oktober 2006 seinen ersten Fahrplan für neue europäische Forschungsinfrastrukturen veröffentlicht. Das ESFRI zeigte 35 umfassende Projekte zur Infrastruktur auf, die ausreichend viele Mitgliedstaaten bereit sind, zu unterstützen (siehe EurActiv vom 19. Oktober 2006).
Die 35 Projekte
zu Infrastruktur reichen von einem Eisbrecher zur Meeresforschung über ein Radio-Teleskop der nächsten Generation bis hin zu einer europäischen Sozialstudie, welche die langfristigen Änderungen der sozialen Werte in Europa beobachtet.
Eine europäische Konferenz über Forschungsinfrastrukturen (ECRI2007
), die am 5. und 6. Juni 2007 stattgefunden hat, forderte die politischen Entscheidungsträger dazu auf, die nötigen Schritte einzuleiten, um den europäischen Fahrplan für Forschungsinfrastruktur, der im Oktober 2006 angenommen wurde, umzusetzen.
Bisher erhielt nur eines der 35 Projekte des Fahrplans, das Europäische Röntgenlaserprojekt XFEL
, die notwendigen Finanzmittel. Der Bau dieser Infrastruktur, die eine Milliarde Euro kosten wird, soll Anfang 2008 beginnen.
Eine Voraussetzung für die Umsetzung des ESFRI-Fahrplans sei die Entwicklung nationaler Fahrpläne für Forschungsinfrastruktur, die in europäische und globale Pläne eingebunden werden sollten. Dies wird in den Schlussfolgerungen
der Konferenz festgestellt, die auch eine stärkere Zusammenarbeit mit globalen Partnern zur Entwicklung von Infrastrukturen fordern.
Die deutsche Bundesministerin für Forschung, Annette Schavan, betonte die Notwendigkeit, gemeinsame Entscheidungsprozesse und realisierbare Finanzierungsstrategien zur Umsetzung des ESFRI-Fahrplans einzuführen.
John Wood, Vorsitzender von EFSRI, forderte, ‚das Beste aus den Geldquellen zu machen’, da das EU-Budget (RP7 und Programme zur Kohäsionspolitik) nicht groß genug sei, um die Kernfinanzierung zum Aufbau der neuen gesamteuropäischen Infrastrukturen bereitzustellen. Die Mobilisierung nationaler, privater und anderer Geldquellen sei unabdingbar. Die Wirtschaft für Investitionen zu gewinnen sei besonders wichtig angesichts ihrer momentan geringen Beteiligung, sogar für Infrastrukturen, die im unmittelbaren Interesse der Wirtschaft stünden.
Wood sagte auch, dass die Einrichtung neuer Formen gesamteuropäischer Forschungsinfrastrukturen schwierig sei, da es gegenwärtig keine rechtlichen Strukturen gebe, welche die Schaffung geeigneter Partnerschaften ermöglichten.
Viele der Infrastrukturen, die geplant würden, seien distributiver Art und aus verschiedenen Elementen zusammengesetzt, die durch digitale Infrastrukturen eingebunden würden, sagte Wood. Er betonte, dass es wichtig sei, weitere digitale Infrastrukturen in Europa und weltweit zu entwickeln.