Die Methode des „Horizon Scanning“ (Früherkennung von Entwicklungen) sei in Regierungen und Unternehmen zunehmend verbreitet; man sollte sie jedoch auch nutzen, damit der wissenschaftlichen Forschung Priorität eingeräumt werden könne, sagte Professor Bill Sutherland der Universität Campbridge.
Sutherland ist der Leitautor eines Artikels, der eine Liste mit den 25 Bedrohungen enthält, die wahrscheinlich in der Zukunft den größten Einfluss auf die Biodiversität haben werden. Die Liste wurde auf Grundlage einer gemeinsamen Untersuchung von 35 Umweltwissenschaftlern, Politikern, Umwelt-NGOs und Vertretern aus Akademie und Wissenschaftsjournalismus zusammengestellt. Es wurden hierfür 452 Personen befragt.
Für jedes einzelne Thema legen die Autoren die hiermit im Zusammenhang stehenden Bedrohungen dar, ebenso wie die Möglichkeiten und die notwendigen Forschungsbemühungen.
Die Studie zeige, wie „Horizon Scanning“ helfen könnte, um Probleme zu prognostizieren, die in der Vergangenheit Wissenschaftler und Politiker überrascht hätten, wie beispielsweise die Reaktion der britischen Öffentlichkeit auf gentechnisch veränderte Organismen, sagte die British Ecological Society in einer Erklärung.
Die Liste wurde vergangene Woche im Journal of Applied Ecology veröffentlicht. Sie nennt unter anderem die Folgenden als die wichtigsten Herausforderungen für die Biodiversität: Nanotechnologie, künstliche biomimetische Roboter, der Einfluss von Klima-Geoengineering und die Auswirkungen der steigenden Nachfrage nach Biokraftstoffen. Weitere Probleme sind die Veränderung in der Lebensmittelnachfrage, drastische Änderungen der Süßwasserflüsse, neue Krankheiten und eine Zunahme nicht einheimischer, invasiver Arten aufgrund des Klimawandels.
Ziel der Studie war, die 25 Themen zu bestimmen, welche die größte Relevanz haben; diese sollten jedoch nicht eingeordnet werden. Dennoch hat die Methode, die das Team nutzte, Nanotechnologie als die größte Herausforderung eingestuft. Der Grund hierfür sind die Unsicherheiten sowohl im Hinblick auf die künftige Nutzung der Technologie als auch auf deren ökologische Auswirkungen.
Die Autoren sagen, dass die Methode der Früherkennung von Entwicklungen – zusammen mit einer breit angelegten Rücksprache mit Anbietern und Nutzern von Umweltwissenschaften – von Politikern und Forschern genutzt werden sollte, um Wissenslücken zu erkennen und um die Politik- und Forschungsagenden zu bestimmen.




