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Forschungsausgaben: Frühjahrsgipfel soll Defizit besprechen [DE][en][fr

Erschienen: Dienstag 11. März 2008   

Die Ausgaben der 27 EU-Mitgliedstaaten im Bereich Forschung und Entwicklung variieren stark zwischen 0,4% des BIPs in Zypern bis hin zu 3,8% in Schweden. Die durchschnittlichen Ausgaben stagnieren jedoch seit Mitte der 1990er Jahre und liegen seitdem bei 1,84%. Die EU-Wettbewerbsminister haben die europäischen Staats- und Regierungschefs aufgefordert, sich während des Frühjahrsgipfels mit diesem Problem auseinanderzusetzen.

In der Vergangenheit gab es einige EU-Initiativen, die darauf abzielten, die Investitionen im Bereich Forschung und Entwicklung (FuE) bis 2010 auf drei Prozent des BIPs zu steigern – hierauf hatten sich die Staats- und Regierungschefs der EU geeinigt, um die Ziele der Lissabon-Strategie für Wachstum und Beschäftigung zu erreichen. Jedoch zeigen Statistikenexternal von Eurostat, dass man noch weit von diesem Ziel entfernt ist.

Schweden (3,82%) und Finnland (3,45%) verzeichnen weiterhin – hinsichtlich des Prozentsatzes vom BIP – die höchsten Ausgaben, gefolgt von Deutschland (2,51%), Österreich (2,45%) und Dänemark (2,43%). Wenn man jedoch das Gesamtvolumen bewertet, geben Deutschland, Frankreich und das Vereinigte Königreich am meisten aus – jeweils 58, 38 bzw. 32 Milliarden Euro. Zusammen machen sie etwa 60% der gesamten FuE-Ausgaben aus, die sich im Jahr 2006 in der EU-27 auf 210 Milliarden Euro beliefen. Die niedrigsten FuE-Ergebnisse verzeichneten Zypern (0,42%), Rumänien (0,46%) und Bulgarien (0,48%).

Die jüngsten Statistiken bewerten weiterhin die Länder nach dem Verhältnis der Wissenschaftler und Ingenieure in der Bevölkerung. In diesem Vergleich lag 2006 der Durchschnitt der EU-27 bei 4,8%. Den größten Anteil an Wissenschaftlern und Ingenieuren verzeichneten hierbei Belgien (7,9%), Irland (6,8%) und die skandinavischen Länder (6,7 bis 6,0%), wohingegen die wenigsten in Portugal (2,7%), Bulgarien, Österreich und der Slowakei (alle 3,0%) zu finden waren.

Eine der wichtigsten Überlegungen während des Frühjahrgipfels diese Woche (13. und 14. März 2008) wird sein, wie die Zahl der Wissenschaftler erhöht werden kann. Es wird erwartet, dass Möglichkeiten diskutiert werden, wie der Fortschritt zum Erreichen der Lissabon-Ziele für mehr Wettbewerb, Wachstum und Beschäftigung beschleunigt werden kann. Im Vorfeld des Treffens haben die 27 für Wettbewerb zuständigen EU-Minister die europäischen Staats- und Regierungschefs Ende Februar 2008 aufgefordertPdf external , stärker und in effektiverer Form in Forschung, Innovationen und Bildung auf allen Ebenen zu investieren. Weiterhin sollen sie ihre Bemühungen verstärken, das Ziel von drei Prozent des BIPs für FuE-Investitionen zu erreichen.

Die Minister fordern die EU- Staats- und Regierungschefs weiterhin dazu auf, konkrete Maßnahmen zu ergreifen, um den Anteil der Mitarbeiter in den Wissenschaften und in der Technologiebranche zu erhöhen und um die Mobilität und Karriereaussichten von Forschern zu verbessern. Dies soll durch die Schaffung eines Europäischen Forschungsraumes (EFR) geschehen. Ziel ist es, alle Hindernisse zu beseitigen, die einer grenzüberschreitenden „Wissensmobilität“ in der EU im Weg stehen. Ein uneingeschränkter Wissensaustausch – die „fünfte Freiheit“ – soll ermöglicht werden. Dies würde beispielsweise Initiativen einschließen, durch die Schwierigkeiten für Forscher beseitigt würden, die in einem anderen EU-Mitgliedstaat arbeiten wollen.

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