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FuE-Mittel für Klein- und Mittelbetriebe [DE]

Veröffentlicht 23. September 2005 - Aktualisiert 04. Februar 2010
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Was Investitionen in Forschung & Entwicklung (FuE) anbelangt, fällt Europa immer weiter hinter den Vereinigten Staaten zurück. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass europäische Klein- und Mittelbetriebe immer weniger in diesen Bereich investieren. Verschiedene EU-Programme, welche darauf abzielen, die Investitionslust kleinerer Unternehmen zu erhöhen, sollen zur Verwirklichung des ‚Barcelona-Ziels’ beitragen, wonach spätestens ab 2010 3 % des BIP in die Forschung fließen sollen.

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Zusammenfassung

Klein- und Mittelbetriebe (KMU) sind das wirtschaftliche Rückgrad Europas. KMU stellen zwei Drittel aller Arbeitsplätze im Privatsektor. Jeder zweite neu geschaffene Arbeitsplatz entfällt auf den KMU-Sektor. Mindestens die Hälfte der zwei Millionen europäischen Klein- und Mittelbetriebe im Bereich Industrie stellen eine wichtige Quelle für unternehmerische Initiative und Innovation dar, daher sind KMU für bahnbrechende Neuentwicklungen in den Bereichen Innovation und Technologie von größter Bedeutung. 

Statistiken zufolge sind die Investitionen der Klein- und Mittelbetriebe in Forschung und Entwicklung (FuE) im Vergleich zum Jahr 2000 zurückgegangen, wodurch sich die Investitionskluft zwischen der EU und den USA noch mehr vergrößert hat. Nach einer geringeren Zunahme Ende der 1990er Jahre, ist der Anteil der FuE-Investitionen aus dem Unternehmensbereich zwischen 2000 und 2003 jährlich um etwa 0,6% kleiner geworden. Die FuE-Investitionen von Großunternehmen lassen sich jedoch mit denen der amerikanischen Konkurrenten vergleichen. Das Problem liegt also in der mangelhaften Investitionsaktivität von Klein- und Mittelbetrieben. 

Debatte

Direktinvestitionen 

Direkte EU-Zuschüsse für Forschung und Entwicklung sind meistens thematisch ausgerichtet und mit spezifischen Projekten verbunden, welche von den verschiedenen Generaldirektionen der Kommission entwickelt und umgesetzt werden (z.B. Umwelt, Forschung, Bildung). 

Die KMU-Beteiligung an EU-finanzierten Projekten geht zurück und zwar in erster Linie aus finanziellen Gründen: 

  • hohe Verwaltungskosten infolge komplizierter bürokratischer Anforderungen für Projektvorschläge und 
  • lange Wartezeiten zwischen Vorschlag, Projektanfang und ersten Anzahlungen. 

Eine Vereinfachung  des 7. Forschungsrahmenprogramms ist momentan in Vorbereitung. Das soll zu einer höheren Berücksichtigung der Anliegen der KMU beitragen.

Europäische Union 

  • Das  Sechste Rahmenprogramm für Forschung und Technologische Entwicklung  (2002-2006): In dem 6. Rahmenprogramm können KMU sich an sieben thematischen Forschungsbereichen durch „Exzellenznetze“ und „Integrierte Projekte“ beteiligen. Das 6. Rahmenprogramm enthält außerdem speziell auf KMU ausgerichtete horizontale Forschungsaktivitäten: Kooperative Forschung und kollektive Forschung. 
  • LIFE-Umwelt  (2000-2006): Dieses Programm fördert innovative, integrierte Technologien und Methoden durch Kofinanzierung von Demonstrationsvorhaben. Die Beteiligung von Klein- und Mittelbetrieben wird begrüßt. 
  • Intelligente Energie für Europa  (2003-2006): Dieses Programm bietet finanzielle Förderung für Projekte im Bereich Energieeffizienz und erneuerbare Energiequellen. 
  • Marco Polo Programm  (2003-2010): Dieses Programm zielt darauf ab, den Güterverkehr von der Straße auf umweltfreundlichere Verkehrsarten zu verlagern, um Staus zu vermeiden und die Umweltfreundlichkeit des Güterverkehrssystems zu verbessern. Es befasst sich mit Straßengüterverkehr, Logistik und anderen relevanten Märkten. 
  • Zukünftiges  Siebtes Rahmenprogramm für Forschung und Technologische Entwicklung  (2007-2013): Das 7. Rahmenprogramm der EU soll 2007 auf RP6 folgen. 

Andere: 

  • EUREKA – ein Netzwerk für markorientierte FuE: EUREKA ist ein EU-weites Netzwerk für marktorientierte, industrielle FuE. Es fördert Unternehmen, Forschungszentren und Universitäten bei Projekten zur Entwicklung innovativer Produkte, Prozesse und Dienstleistungen. Es bietet Projektpartnern schnellen Zugang zu nationalen öffentlichen und privaten Investitionsschema

Finanzielle Instrumente  

Finanzielle Instrumente bieten KMU keine Möglichkeit der direkten Bezuschussung. Sie sollen KMU Kredite zugänglicher machen und Banken anregen, Klein- und Mittelbetrieben größere Kredite anzubieten. 

Europäische Union 

Die Kommission beabsichtigt ein neues Finanzinstrument in Form eines Kreditgarantieschemas zu schaffen. Damit soll Investitionen aus dem Privatsektor durch Bankkredite für technologische Forschungsprojekte und Infrastrukturvorhaben neuer Auftrieb gegeben werden. 

  • Europäischer Investitionsfonds: Der Europäische Investitionsfonds (EIF) ist das Hauptfinanzierungsinstrument der EU im Bereich kleiner und mittlerer Unternehmen und die Hauptquelle für Venture Capital Beteiligungen und Mikrokreditgarantien in der EU. Der EIF finanziert KMU nicht direkt, sondern über Finanzintermediäre. Er bietet außerdem technische Unterstützung und Finanzberatung an. 
  • Innovation 2010 Initiative : Im Rahmen der Innovation-2010-Initiative kofinanziert die Europäische Investitionsbank (EIB) Forschungsprogramme im öffentlichen oder privaten Bereich, Unternehmensinvestitionen in FuE, Forschungsinfrastruktur, Exzellenzzentren und Maßnahmen zur Erleichterung des Zugangs zu Forschungsprogrammen für KMU. Darüber hinaus bietet der EIB KMU über Finanzintermediäre größere Kredite und trägt somit zur Erhöhung des KMU zur Verfügung stehenden Investitionskapitals und der Senkung von Zinssätzen bei. 
  • Zukünftiges Programm für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation (2007-2013): Der Vorschlag der Kommission für ein Programm für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation (Competitiveness and Innovation Programme - CIP) sieht eine Million Euro für Finanzinstrumente des Europäischen Investitionsfonds und neue Instrumente, wie zum Beispiel Risikokapital für innovative Klein- und Mittelbetriebe mit hohem Wachstumspotential oder Verbriefung von Bankkrediten an kleinere und regionale Banken, vor. 

Andere: 

  • IntesaNovaIntesaNova ist eine Finanzierungsfazilität zur Förderung von FuE-Investitionen der Klein- und Mittelbetriebe. Ausgearbeitet wurde das Programm von der italienischen Bank Banca Intesa in Zusammenarbeit mit renommierten technischen Universitäten und Handelsverbänden. IntesaNova dient der Förderung technologischer Innovationen und FuE-Investitionen in KMU. Darüber hinaus bietet IntesaNova über ihre Partneruniversitäten Beratungs-, Bewertungs- und Auditdienstleistungen. 

Stellungnahmen

Der Europäische Forschungsbeirat (European Research Advisory Board - EURAB), eine unabhängige von der Kommission geschaffene Beratungseinrichtung für Entwicklung und Umsetzung der EU-Forschungspolitik, ist der Meinung, die bestehende FuE-Investitionskluft zwischen Europa und den Vereinigten Staaten sei vor allem auf den Unterschied bei den KMU-Investitionen zurückzuführen. Daher könnten größere FuE-Ausgaben europäischer KMU eine Schlüsselrolle bei der Erreichung des 3%-Richtziels von Barcelona spielen. 

Die Europäische Union des Handwerks und der Klein- und Mittelbetriebe (European Crafts and SMEs employers association - UEAPME), meint genauso wie EURAB, dass höhere FuE-Ausgaben der KMU eine Schlüsselrolle bei der Erreichung des Barcelona-Richtziels zur Erhöhung der Forschungsinvestitionen auf 3% des BIP spielen. 

„Ohne die Erhöhung der KMU-Ausgaben für Forschung und Entwicklung wird man sowohl die Lissabon-Strategie als auch das 3%-Richtziel von Barcelona niemals umsetzen können, da die niedrigen Forschungsausgaben der KMU die Hauptursache für die FuE-Kluft mit USA und Japan sind“, konstatiert UEAPME. 

UEAMPE betont außerdem, dass der bestehende “Vorschlag der Kommission (für das 7. Rahmenprogramm) diese Situation nicht genügend hervorhebe und mehr auf KMU ausgerichtete Schritte nötig seien, um das Problem zu lösen“. Es fordert „mehr Aktivitäten zur Stimulierung kleinerer KMU-Projekte“ in den thematischen Forschungsprioritäten des 7. Forschungsrahmenprogramms. Innerhalb der für KMU vorgesehenen Finanzpläne „sollte speziell auf KMU ausgerichteten Programmen, wie zum Beispiel CRAFT oder Kollektive Forschung, Vorrang gewährt werden“. 

Um die Beteiligung kleinerer und mittlerer Unternehmen an EU-Programmen zu erhöhen, fordert UEAPME einen geringeren Verwaltungsaufwand bei Management, Verwaltung und Aufsicht der EU-finanzierten Projekte. UEAMPE legte mehrere konkrete Vorschläge zur Lösung dieses Problems vor. 

Die Vereinigung der Europäischen Industrie- und Handelskammern (Eurochambres) fordert “kontinuierliche Bemühungen auf allen Kommissionsebenen zur Umsetzung von Vereinfachungsverfahren bei FuE-Investitionen”. Daher befürwortet Eurochambres die Initiative der Kommission zur Vereinfachung des 7. RP. „Aufgrund ihrer begrenzten Ressourcen sind administrative Hindernisse für KMU nur schwer überwindbar“, sagt Arnaldo Abruzzini, Generalsekretär bei Eurochambers. „Die europäische Wirtschaft hängt von KMU ab und sie hängt von effektiver Forschung und Innovation ab. Wir haben es in der Vergangenheit nicht geschafft, sie erfolgreich zu kombinieren. Das sollten wir jetzt tun“, fügt er hinzu. 

Eurochambers fordert außerdem die Ausweitung der Haushaltslinie für Kooperative Forschungsaktivitäten (Cooperative Research Action For Technology- CRAFT), um KMU eine reelle Möglichkeit zu geben, sich an der europäischen Forschung zu beteiligen. Darüber hinaus setzt sich Eurochambers für eine Erhöhung der finanziellen Förderung der Zusammenarbeit zwischen KMU und Forschungszentren ein und vertritt die Ansicht, dass finanzielle Förderverfahren wesentlich vereinfacht und das Prozedere verkürzt werden sollten. 

Die Vereinigung der Industrie- und Arbeitgeberverbände in Europa (UNICE) fordert die Einführung spezieller auf die Förderung von KMU ausgerichteter Instrumente und die Vereinfachung des bürokratischen Aufwands, welcher ihrer Meinung nach „KMU am meisten schadet“. UNICE fordert Entscheidungsträger auf, Vorschriften über staatliche Förderungsmittel für Unternehmen, die in FuE investieren, zu überarbeiten, Budgetmittel für FuE zu vergrößern, gewerbliche Schutz- und Urheberrechte zu stärken und die Einführung eines kostengünstigen Gemeinschaftspatentes zu ermöglichen, Technologie-Plattformen auf Industriebasis aufzubauen und insgesamt die Zugangsmöglichkeiten der Industrie zu den Rahmenprogrammen der Gemeinschaft zu verbessern. 

“Je mehr FuE von Unternehmen getragen werden, desto eher werden sie marktfähige Ergebnisse hervorbringen, die das Wohlergehen der Gesellschaft mehren könnten. Die Förderung von Unternehmensinvestitionen in Forschung und Entwicklung bringt daher ökonomische Leistungen, die wesentlich weiter reichen als nur das Unternehmen, das das Forschungsvorhaben trägt“, heißt es in einer UNICE-Erklärung. 

Zeitplan

  • Konsultationen über den zweiten Entwurf der Beihilfereform sollen bis zum 13. Oktober 2006 abgeschlossen sein. Die Kommission möchte vor Ende des Jahres einen neuen Rahmen für staatliche Beihilfen für Forschung, Entwicklung und Innovation verabschieden.
  • Im Juni 2006 hat die Kommission eine Mitteilung „Wachstum finanzieren - Der europäische Weg“ angenommen, die auf bereits bestehenden Initiativen beruht und sich darauf konzentriert, wie die Finanzanbieter für kleine und mittlere Unternehmen (KMU), wie Banken oder Risikokapitalfonds, mehr von den Bemühungen der EU, nationale Hindernisse abzubauen, profitieren können.
  • Im November 2005 hat die Kommission die Mitteilung „Umsetzung des Lissabon-Programms der Gemeinschaft – Eine zeitgemäße KMU-Politik für Wachstum und Beschäftigung“ verabschiedet. Damit sollen Innovationen und Forschungskapazitäten der kleinen und mittleren Unternehmen gefördert und die finanzielle Unterstützung für KMUs vergrößert werden.
  • In einer Studie von Eurobarometer vom Oktober 2005 über den Zugang von kleinen und mittleren Unternehmen zu Finanzierungsmöglichkeiten, gaben 14 % der Manager an, dass ihr Unternehmen, nach Sozial- und Steuerregeln und qualifizierten Angestellten, am dringendsten einen vereinfachten Zugang zu Finanzquellen bräuchten.
  • Der britische UK-Vorsitz organisiert im Oktober 2005 eine Konferenz zu Risikokapital. EU-Akteure haben auf dieser Konferenz die Möglichkeit, gute Erfahrungen im Bereich Verbesserung der KMU-Zugangsmöglichkeiten zu Förderungsmitteln zu teilen.   
  • Im September 2005 fand eine Konferenz zur europäischen Innovationsförderung statt. Dabei ging es unter anderem um Herausforderungen im Bereich Innovation und Forschung in Europa (rechtliches Umfeld, administrative Schranken, Netzwerke und Partnerschaften, Förderung von Forschern und Innovatoren in Europa, KMU).   
  • Eine Konferenz zur Europäischen Charta für Kleinunternehmen fand am 15.-16. Juni statt. 
  • Die GD Unternehmen und Industrie der Kommission, welche für die Förderung der Wettbewerbsfähigkeit von KMU zuständig ist, bildete vor kurzem eine neue Einrichtung für die Koordinierung horizontaler Aspekte der KMU-Politik. 

Externe Links

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