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Geringe Finanzmittel für FuE ‚gefährden Wettbewerbsfähigkeit der EU’ [DE]

Veröffentlicht 23. Januar 2009 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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Die EU-Initiative zur Errichtung eines gemeinsamen Forschungsraums habe dazu beigetragen, die Union für Wissenschaftler aus Drittstaaten attraktiver zu gestalten. Die Ausgaben für Wissenschaft und Forschung seien jedoch immer noch viel zu gering, als dass die Gemeinschaft mit den USA oder Japan gleichziehen könne, so eine neue Studie. 

Siebzehn Mitgliedstaaten – in erster Linie diejenigen, die bei den Investitionen in die FuE zurückliegen – haben ihre Forschungsgelder zwischen 2000 und 2006 erhöht, zeigte die Studie. Die anderen zehn Länder haben ihre Mittel jedoch gekürzt, so dass die Gesamtausgaben für diesen Bereich seit 2005 unverändert bei 1,84% des BIP liegen und damit weit niedriger ausfallen als in den USA (2,6% des BIP), Japan und Südkorea, merkte Forschungskommissar Janez Potočnik an.

In Zeiten der Krise sei es nicht angebracht, sich bei den Investitionen in die Forschung und in Innovationen eine Pause zu gönnen. Diese Bereiche seien von grundlegender Bedeutung, wenn Europa die Herausforderungen des Klimawandels und der Globalisierung annehmen wolle, erklärte Potočnik.

Note: ‚Ausreichend’

Im Rahmen der Lissabon-Strategie für Wachstum und Beschäftigung (siehe EurActiv LinksDossier) setzten sich die EU-Staats- und Regierungschefs das Ziel, die Ausgaben für die FuE auf 3% des BIP aufzustocken. Sie waren sich einig, dass diese Maßnahme notwendig sei, um Europas Wettbewerbsfähigkeit erhalten und das Konzept der wissensbasierten Gesellschaft Wirklichkeit werden lassen zu können.

Wenn er der EU eine Note geben müsste, würde er ihr ein ‚ausreichend’ geben. Sie habe viel Potenzial, müsse aber noch bessere Ergebnisse erbringen, meinte Potočnik bei der Vorstellung eines Berichts über die Fortschritte der Union in den Bereichen FuE und Innovation.

Dem Kommissar zufolge sei die düstere Lage eine Folge der geringeren Investitionen des Privatsektors in der EU, während diese in den USA, Japan und China deutlich zugenommen hätten. Insbesondere China übernehme in den Bereichen Wissenschaft und Technologie eine immer bedeutendere Rolle. Dort habe die FuE zwischen 2000 und 2006 um 50% zugenommen, erklärte Potočnik.

Potočnik forderte mehr Investitionen der Wirtschaft und einen größeren Anteil der Leistungen der Hightechbranche an der europäischen Wirtschaft. Derzeit macht die Hightechbranche 12% des BIP der EU aus, im Vergleich zu 18% in den USA. Die Regierungen müssten günstige Bedingungen für schnell wachsende und innovationsfreundliche Märkte schaffen und einen kostengünstigeren Zugang zum EU-weiten Patentsystem gewährleisten, sagte er (siehe EurActiv LinksDossier über das ‚Gemeinschaftspatent’).

Aus einer kürzlich durchgeführten Umfrage geht hervor, dass die Bürger für eine Erhöhung des FuE-Budgets sind, obgleich sie befürchten, dass die anhaltende Wirtschaftskrise zu Einschnitten in den nationalen Haushalten führen wird (EurActiv vom 13. Januar 2009). 

Europäischer Forschungsraum ‚liefert Ergebnisse’

Die Europäer sprachen sich außerdem für einen koordinierten Europäischen Forschungsraum aus, der Potočnik zufolge bereits „ermutigende Ergebnisse“ liefere (EFR; siehe EurActiv LinksDossier). Die EU habe sich der Welt stärker geöffnet und werde zunehmend attraktiv für ausländische Investoren, Studenten und Forscher, sagte er. 

Aus Statistiken geht hervor, dass die Zahl der Forscher seit 2000 in der EU doppelt so schnell gestiegen ist wie im gleichen Zeitraum in den USA und Japan. Allerdings liegt der Anteil der Forscher an der arbeitenden Bevölkerung der EU immer noch unter dem der beiden wichtigsten Konkurrenzländer der EU. 

Hintergrund : 

Die Europäische Kommission schlug die Einrichtung eines Europäischen Forschungsraums (EFR; siehe LinksDossier) erstmals im Jahr 2000 vor. Seitdem hat sie mehrere Texte zur Beseitigung der höchsten Barrieren für Forscher in Europa erstellt. Zu den größten Herausforderungen gehören das Anwerben fähiger Wissenschaftler aus Ländern außerhalb der Union und die Vereinfachung ihrer Freizügigkeit innerhalb der EU.

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