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Interview: EU-Plattform stellt Zukunft der Agrarindustrie dar [DE]

Veröffentlicht 02. Juli 2007 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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Eine strategische Forschungsagenda der EU für Pflanzenwissenschaften erwartet, dass in Zukunft mehr Pflanzen genutzt werden, um Chemikalien und fossile Brennstoffe zu ersetzen sowie für zukünftige Generationen sichere und ausreichende Nahrung zu garantieren.

 Die Technologieplattform „Pflanzen für die Zukunft“ hat am 25. Juni 2007 ihre langfristige Vision und ein Strategiepapier (Strategic Research Agenda) bis 2025 vorgelegt. Die Vision legt fünf Schwerpunkte für die Forschung fest: „Gesunde und sichere Lebens- und Futtermittel in ausreichender Menge“, „Chemikalien und Energie auf pflanzlicher Basis“, „Nachhaltigkeit von Land- und Forstwirtschaft, sowie der Landschaftsentwicklung“, „Dynamische und konkurrenzfähige Grundlagenforschung“ sowie „Wahlfreiheit der Verbraucher und Mitbestimmung“.

Dr. Markwart Kunz, einer der Wegbereiter der Plattform und ein Vorstandsmitglied des deutschen Zuckerherstellers Südzucker, erklärte: “Bei Pflanzen für die Zukunft geht es darum, die Pflanzenwissenschaft besser in die gesamte Wissenschaftsindustrie zu integrieren, um Technologien zu entwickeln, welche eine bessere Nutzung der Pflanzen ermöglichen.

„Die größte Herausforderung der Forschung und Entwicklung für alle Pflanzen ist das Verhältnis zwischen Input und Output. Wir müssen versuchen, den Einsatz zu reduzieren und die Leistung der Pflanzen zu erhöhen. Somit muss man beispielsweise die Notwendigkeit von Düngemitteln und Wasserversorgung reduzieren, und gleichzeitig die Stressresistenz der Pflanze erhöhen. Weiterhin geht es darum, Komponenten im Innern der Pflanzen, die nicht sonderlich gesund sind, zu beseitigen.“

Andere Herausforderungen enthalten die Erweiterung der Nutzung von Pflanzen ebenso wie deren Verwendung für bioenergetische Zwecke und als eine Quelle für Chemikalien. „Unsere Vorfahren haben das Potential der Pflanze weitaus mehr genutzt, als wir das heutzutage tun. Heute verwenden wir Pflanzen fast ausschließlich für Nahrung, Futtermittel und Bau. In der Zukunft haben wir vor, Pflanzen für die Energiegewinnung und als Quelle für Chemikalien zu nutzen.“, fügte Kunz hinzu.

Auf die Frage, ob es eine Herausforderung sei, die Menschen von den Nutzen von beispielsweise genetischen Modifikationen zu überzeugen, so um Pflanzen für spezifische Zwecke zu züchten, antwortete Kunz, es sei schwierig, eine Zukunftsszenario zu zeichnen, in dem Nahrung knapp sei, wenn derzeit die Menschen gesund und in Wohlstand lebten und von einer großen Nahrungsvielfalt umgeben seien. „Wenn Menschen heute nichts neues benötigen, wollen sie es jetzt auch nicht (…).  Aber sie benötigen es eventuell in der Zukunft und dies ist der Grund, warum man nun handeln und forschen muss, sodass Menschen weiterhin unter gesunden und wohlhabenden Bedingungen leben können.“

Declan O’Brien vom Internationalen Verband für Tiergesundheit (IFAH) sagte zur gesellschaftlichen Akzeptanz neuer Technologien, sie stelle eine Beschränkung der Innovation dar. Viele Unternehmen hätten Bedenken, dass, wenn sie innovative Technologien nutzten, in zehn Jahren, wenn sie bereit seien, die Produkte auf den Markt zu bringen, die Gesellschaft schließlich die neuen Technologien oder die aus ihnen entstandenen Produkte ablehne.

Dies verpflichte den Tiergesundheitssektor zu einer Innovationspause, so O’Brien. Unternehmen sagten einfach, dass sie das Risiko nicht eingingen und bevorzugten, ihre Millionen von Euro in etwas Sichereres zu investieren, von dem sie glaubten, in zehn Jahren eine Genehmigung zu erhalten, anstatt in innovative Technologien zu investieren.

Wilhelm Gruissem, der Präsident der Europäischen Organisation für Pflanzenwissenschaften, sagte, man könne neue Pflanzen entwickeln. Dies sei das Kernstück des Strategiepapiers der Plattform und der zukünftigen Bioökonomie, die auf Wissen basiere.

Ein anderes Mitglied der Plattform, Roberto Tuberosa, bedauerte, dass es viel „Propaganda“ zum Thema gebe. Er fügte hinzu, dass eine stärkere Unterstützung von Seiten der Politik und der Medien notwendig sei.

Um das vollständige Interview mit Dr. Markwart Kunz zu lesen, klicken Sie bitte hier.

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