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Interview: Europa von Geschlechtergleichstellung im Forschungsbereich weit entfernt [DE]

Veröffentlicht 04. September 2007 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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Die Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern sowie die zunehmende Transparenz bei der Vergabe von Arbeitsplätzen für Wissenschaftler könne der EU helfen, die 700 000 zusätzlichen Forscher zu rekrutieren, die sie brauche, um die Ziele von Lissabon zu erreichen. Diese Meinung vertritt Dr. Maren A. Jochimsen in einem Interview mit EurActiv.

„Europa ist noch immer weit entfernt von einer ausgewogenen Geschlechterverteilung in den Bereichen Wissenschaft und Forschung und die europäische Forschungspolitik verliert das Potential hoch qualifizierter Wissenschaftlerinnen“, sagte Dr. Maren A. Jochimsen, Generalsekretärin der European Platform of Women Scientists (EPWS). Die EPWS vertritt die Interessen von Wissenschaftlerinnen in der Forschungspolitik der EU.

Mangelndes Bewusstsein für Gender-Fragen, bleibende geschlechtsbezogene Stereotypen, von Männern beherrschte Entscheidungsorgane sowie unzureichende Unterstützung von Netzwerken in Hinblick auf das berufliche Weiterkommen von Frauen sind nur einige der Gründe, die Jochimsen für die Unterrepräsentation von Frauen in Wissenschaft und Forschung nennt. Für das Erreichen der Positionen auf Managementebene gelte das gleiche.

Dieser Reihe von Gründen fügt Jochimsen eine mangelnde Transparenz bei Vergabeverfahren für Arbeitsplätze, Gatekeeping sowie männliche Netzwerke, zu denen Frauen oftmals keinen Zugang haben, hinzu.

Dies sei der Grund, warum der Aktionsplan „Wissenschaft und Gesellschaft“ der Kommission (Dezember 2001), der eine Reihe von Maßnahmen zur Förderung der Geschlechtergleichstellung in der Wissenschaft enthielt, bisher keine Früchte getragen habe. „Laut der jüngsten EU-Statistiken machen Frauen mehr als 50% der Studenten in der EU aus und erhalten 43% aller Doktorgrade in der EU; sie erhalten jedoch im Durchschnitt nur 15% der leitenden akademischen - und dadurch wissenschaftlichen - Führungspositionen. In einigen Ländern und in einigen Disziplinen sind diese Prozentsätze gar noch niedriger“, bedauert Jochimsen.

Um Veränderungen herbei zu führen, betont Jochimsen unter anderem die Notwendigkeit, Geschlechtergleichstellung zu fördern sowie die Vergabe von Arbeitsplätzen transparenter zu gestalten. Außerdem müsse man das Ziel der Kommission, mindestens 40% der Positionen in wissenschaftlichen Entscheidungsgremien, Bewertungskommissionen und Auswahlausschüssen mit Frauen zu besetzen, verfolgen. 

„Die Nutzung des gesamten Potentials und der wissenschaftlichen Exzellenz von Wissenschaftlerinnen ist von entscheidender Bedeutung für die Realisierung des Europäischen Forschungsraums und des Ziels von Lissabon, Europa zur weltweit wettbewerbsfähigsten wissensbasierten Wirtschaft zu machen“, betonte Jochimsen. Schätzung zu Folge benötigt die EU etwa 700 000 zusätzliche Forscher, um die Ziele von Lissabon zu erreichen; die Erhöhung der Anzahl von Forscherinnen kann stark zu diesem Ziel beitragen.

Um das vollständige Interview zu lesen, klicken Sie bitte hier.

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