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Interview: "Paneuropäische Forschung immer noch in weiter Ferne" [DE]

Veröffentlicht 06. März 2007 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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Bisher sei der Europäische Forschungsraum (EFR) ein Konzept gewesen und nicht etwas, das tatsächlich existiert hätte. Das größte Hindernis für einen ‚echten EFR’ sei philosophischer Natur: Die Staaten würden weiterhin national denken. Dies erklärte Bertil Andersson, der scheidende Chef der Europäischen Wissenschaftsstiftung (EWS), in einem Interview mit EurActiv.com

Europäische Forschung sei noch immer sehr zersplittert und der Europäische Forschungsraum (EFR) sei momentan eher ein Konzept als etwas, dass tatsächlich existieren würde, argumentiert Professor Bertil Andersson, der in drei Wochen Europa verlassen wird, um in Asien die Position des Direktors an der Technischen Universität Singapur (NTU) zu übernehmen. Nur ein kleiner Anteil, etwa 5-10%, der Zuschüsse für europäische Forschung stünde grenzüberschreitender Forschung zur Verfügung, der Rest werde auf nationaler Ebene verwendet, so Andersson.

Laut Andersson, existiere eine Barriere philosophischer Natur: In Europa würde noch immer national gedacht, auch in kleinen Ländern; jedoch könne Wissensbildung sich nie ausschließlich auf nationaler Ebene bewegen.

Paneuropäische Forschung, die durch europäische Strukturen wie die Europäische Wissenschaftsstiftung (EWS) oder die Europäischen Kommission gefördert würde, sei nur für kleinere Länder von besonderer Bedeutung, sagte Andersson. Der EWS-Chef deutete an, dass die „vier Großen“ – Großbritannien, Deutschland, Frankreich und Italien – paneuropäische Forschung nicht wirklich benötigten, da sie auch einzeln den Wettbewerb mit Drittländern aufnehmen könnten.

Professor Andersson begrüßte die Initiative des Kommissars für Wissenschaft und Forschung, Janez Potočnik, eine Überarbeitung des EFR im Frühjahr 2007 einzuleiten. Eine Einschränkung des aktuellen EU-Rahmenprogramms sei, dass Gelder in zu sichere Projekte investiert würden, so Andersson; er wünsche sich vom neuen EFR, dass mehr Raum für Investitionen in risikoreiche Forschung entstünde.

Das amerikanische System investiere mehr in neue, risikoreiche Projekte, und dies sei einer der Gründe, warum Amerika mehr Nobelpreise gewinne, erklärt Andersson, und fügt hinzu, der Sinn des Nobelpreises sei Neuentdeckung und dass ein gewisses Risiko in der Forschungsfinanzierung unerlässlich sei. Europäische Finanzierungssysteme würden nicht die Risikobereitschaft fördern.

Diese Finanzierung risikoreicher Projekte verlange des Weiteren, dass die Tatsache, dass Wissenschaftler scheitern können, akzeptiert werde. Laut Andersson sei es Wissenschaftlern in den USA möglich, zu versagen; dies sei in Europa jedoch nicht der Fall.

Andersson fügt schließlich hinzu, dass die Rahmenprogramme zwar möglicherweise eine Rolle bei der Entstehung europäischer Ideen, gemeinsamer Projekte sowie öffentlich-privater Partnerschaften gespielt hätten, dass es jedoch schwer sei, zu beurteilen, ob dies kosteneffektiv gewesen sei. Das ganze Interview mit Professor Andersson können sie hier lesen.

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