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21. August 2008
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Interview: Talente sehr wichtig für Technologietransfer [DE][en][fr

Erschienen: Montag 26. Mai 2008   

Ein erfolgreicher Technologietransfer sei auf begabte Menschen zurückzuführen, die kluge Ideen hätten und denen die richtigen Anreize gegeben würden, um den Erfolg ihrer Unternehmen zu unterstützen, sagte der bei Microsoft für Forschung Zuständige in einem Interview mit EurActiv.

Europa sei im Hinblick auf den Technologietransfer, den es durchführe, so gut wie der Rest der Welt, schneide jedoch schlechter ab, was Quantität und Intensität betreffe, sagte Andrew Herbert von Microsoft Research; „Quantität und Intensität“ hinsichtlich der Anzahl großer Unternehmen, die gute Beziehungen zu Universitäten hätten, die Technologien zuließen und neue Unternehmen gründeten.

Zudem seien in den USA und in China „die Erwartungen viel höher, dass Menschen, die an Universitäten forschen oder eine akademische Perspektive haben, auch darüber nachdenken, wie ihre Ideen genutzt werden könnten – entweder durch eine Partnerschaft mit der Industrie oder durch die Gründung von neuen Unternehmen“, sagte er.

Die USA hätten ebenfalls eine größere „unternehmerische Kultur der Risikobereitschaft“ und es sei dort leichter für Akademiker, sich Zeit zu nehmen, um ein Unternehmen zu gründen oder ihre Ideen auszuprobieren – und dennoch seien sie jeder Zeit wieder an der Universität willkommen, um an ihrer nächsten Idee zu arbeiten. „In vielen europäischen Universitätssystemen ist es dagegen so, dass es riskant sein könnte, das System zu verlassen, wenn man einmal Teil dessen war, da es nicht so einfach ist, zurückzukehren“, sagte Herbert.

Er sagte weiter, dass Europa bisher relativ abhängig von großen Unternehmen gewesen sei, welche die wichtigsten Industriezweige bestimmten und intern ihre eigenen Forschungsarbeiten durchführten. Grund hierfür ist, dass Unternehmen der Meinung sind, Universitäten seien „von bürokratischen Abläufen mit vorrangig akademischen und lehrenden Zielen geprägt, statt ein wirtschaftliches Ziel zu verfolgen, das sich verändern kann“. Daher sei der Unterschied zwischen dem Technologietransfer der USA und dem der EU „in vielerlei Hinsicht eine kulturelle Angelegenheit“, erklärte Herbert.

Um den Technologietransfer in Europa zu stärken, empfiehlt Herbert, dass die akademische Welt zunächst versuchen sollte, die höchsten internationalen Normen zu erreichen, um Vortrefflichkeit und Qualität von Lehre und Weiterbildung von Studenten sicherzustellen. Zweitens sollten die Universitäten genau betrachtet werden, die im Technologietransfer erfolgreich seien, da es eine „Menge Ideen gibt, die als Vorbild genutzt werden können“.

Das wichtigsten sei jedoch, fügte Herbert hinzu, „dass es viele begabte Menschen gibt, die kluge Ideen haben und denen die richtigen Anreize gegeben werden, um den Erfolg ihrer Unternehmen zu unterstützen“.

Zu politischen Maßnahmen zur Unterstützung des Technologietransfers zählen: eine Erleichterung der Unternehmensgründung, eine Unterstützung der Flexibilität junger Unternehmen, durch die Schaffung flexiblerer Arbeitsgesetze und anderer Regelungen, oder Steuererleichterungen.

Auf der anderen Seite „können große Unternehmen einen wesentlichen Beitrag leisten, wenn sie anerkennen, dass sie viele kleinere Unternehmen unterstützen können, indem sie diesen helfen, sich weiterzuentwickeln und indem sie mit ihnen Partnerschaften eingehen“.

Andrew Herbert wird die Bedingungen für einen effizienten Technologietransfer in Europa während einer Konferenzexternal des französischen nationalen Instituts für Forschung in den Computerwissenschaften (INRIA) in Brüssel am 28. Mai 2008 diskutieren.

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