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Interessenvertreter haben am 2. Dezember 2008 eine neue Technologieplattform, TP Organics, ins Leben gerufen und die Europäische Kommission aufgefordert, „angemessene Unterstützung“ für die Forschung zu ökologisch erzeugten Lebensmitteln und ökologischer Landwirtschaft bereitzustellen.
Vertreter aus Industrie, Wissenschaft und Zivilgesellschaft, die an der Plattform teilnehmen, bemühten sich die Vorzüge der Forschung zu Bio-Nahrung hervorzuheben. Die Plattform argumentierte, dass Investitionen in biologische Landwirtschaft die Qualität der Nahrungsmittel verbessern und dabei helfen könnten, den ökologischen und sozialen Standards gerecht zu werden.
Die EU solle keine Zeit verlieren und im Rahmen des Siebten Forschungsrahmenprogramms die Erforschung biologischer Anbauweisen fördern, meinte Marco Schlüter, Direktor der International Federation of Organic Agriculture Movements (IFOAM) in Europa.
Die Forschung auf diesem Gebiet müsse Innovationen und die wirtschaftliche Entwicklung mit Blick auf den Wunsch der Gesellschaft nach nachhaltigen Lösungen unterstützen, so Schlüter.
Rosita Zilli, eine politische Beraterin bei der Europäischen Gemeinschaft der Konsumgenossenschaften (EURO COOP), meinte unterdessen, Lebensmittel, die hohe Qualitäts-, Umwelt- und gesellschaftliche Standards erfüllten, seien Teil der Ethik und Praxis bei der Lebensmittelproduktion. Das werde von den Verbrauchern in der EU weithin anerkannt.
Der Wunsch, die Landwirtschaft nachhaltiger zu gestalten, war ebenfalls augenscheinlich. Die jungen Landwirte in Europa seien bereit für neue Arbeitsweisen in der Landwirtschaft und warteten nur auf ein deutliches Zeichen von der Forschung und Entwicklung, um Investitionen zu tätigen, meinte Giacomo Ballari, Präsident des Europäischen Rates der Junglandwirte (CEJA).
Durch gezielte Investitionen würde der Landwirtschaft auch in einem regionalen und globalen Kontext zu einer besseren Position verholfen, meinte Nic Lampkin, ein angesehener Dozent der University of Wales in Aberyswyth.
Einem Bericht
von Eurostat aus dem Jahr 2005 zufolge machen die Bio-Landwirte nur einen sehr kleinen Teil (2%) aller Landwirte in den 15 ‚alten’ EU-Mitgliedstaaten aus (EurActiv vom 1. August 2005).
Der zunehmende Druck, weitere Forschung zu biologischen Anbauweisen zu betreiben, entstand, nachdem die Landwirte die EU aufgefordert hatten, die biologische Landwirtschaft als das Zukunftsmodell der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) anzunehmen (EurActiv vom 22. September 2008).
Man solle nicht darum bitten, sondern fordern, dass die Kommission weitere Mittel für die Forschung zu biologischen Anbauweisen bereitstelle, erklärte der Europaabgeordnete Friedrich-Wilhelm Graefe, Vizevorsitzender des Ausschusses für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung im Europäischen Parlament.