Gemeinsame Technologieinitiativen (Joint Technology Initiatives, JTIs) seien mutige Vorhaben für die Europäische Forschungspolitik und stellten einen Ansatz zur Finanzierung von Entwicklung und Forschung dar, sagte der Kommissar für Forschung, Janez Potočnik, am 15. Mai 2007, als er die ersten beiden Vorschläge für JTIs, die von der Kommission angenommen wurden, vorstellte. Mit diesen Initiativen wolle die Kommission sicherstellen, dass neue wertvolle Ideen und Forschungsergebnisse schnell von der Wirtschaft aufgenommen würden, so Potočnik.
In Hinblick auf den zusätzlichen Nutzen von JTIs sagte der Kommissar, sie würden private Investitionen in Forschungsaktivitäten fördern, Marktprobleme angehen und echten sozioökonomischen Gewinn bringen, der die Kosten der Initiativen aufwiegen werde. Man habe die Initiativen entworfen, um öffentlich-privaten Partnerschaften (ÖPV) die nötige Flexibilität zu ermöglichen und gleichzeitig eine solide Umsetzung der Gemeinschaftsfonds sicherzustellen.
Die erste JTI zu eingebetteten IKT-Systemen, ARTEMIS, betrifft die Verwendung von „unsichtbaren“ Computerchips in allen Bereichen, in denen Maschinen zum Einsatz kommen (Autos, Energienetzwerke, Waschmaschinen, Fabriken, Telefone etc.). Es wird für sieben Jahre ein Budget von 2,8 Milliarden Euro erwartet, das zu 50% von der Wirtschaft, zu 16,7 % von der Kommission und zu 33,3% von Programmen der Mitgliedstaaten bereitgestellt werden soll.
Die zweite JTI zur „Initiative Innovative Arzneimittel“, IMI, soll die Entwicklung neuer Erkenntnisse, Instrumente und Methoden zu schnellerer, besserer und sichererer Entwicklung neuer Arzneimittel unterstützten. Sie wird für einen siebenjährigen Zeitraum über ein Budget von 2 Milliarden verfügen – eine Milliarde von der Kommission und eine Milliarde von der Industrie. Der Beitrag der Kommission wird in vollem Umfang kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) und Universitäten zu Gute kommen. Die Arbeit der KMU wird vermutlich von großen Pharmaunternehmen aufgenommen werden, während die Forschungsergebnisse der Universitäten von klinischen Studien bestätigt werden.
Jede JTI wird anders ausfallen, aber alle werden von einem gemeinsame Unternehmen (Joint Undertaking, JU) geleitet werden, das dem Gemeinschaftsrecht unterstellt und sowohl von privaten als auch öffentlichen (nationalen und europäischen) Geldern finanziert wird. Die Mittel von Seiten der Kommission für die JTIs werden aus dem Siebten Forschungsrahmenprogramm (FP7) stammen.
Die Organe der gemeinsamen Unternehmen, die Abteilung zur rechtlichen Umsetzung, unterscheiden sich hinsichtlich der Gründungsmitglieder. Die IMI hat zwei Gründungsmitglieder: die Kommission und den europäischen Dachverband der Pharmaindustrie (EFPIA). Sie wird aus einem Vorstand, einem Exekutivamt und einem wissenschaftlichen Ausschuss zusammengesetzt sein.
ARTEMIS zählt die Kommission, die ARTEMISIA-Industrie und einige Mitgliedstaaten zu seinen Gründungsmitgliedern; sein Gemeinschaftsunternehmen wird sich aus einem Verwaltungsrat, einem Rat öffentlicher Behörden, einem Wirtschafts- und Forschungsausschuss und einem Geschäftsführer mit Sekretariat zusammensetzen.




