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Minister stellen EU-Forschungsvision für 2020 vor [DE][en][fr

Erschienen: Mittwoch 3. Dezember 2008   

Während angesichts der aktuellen Wirtschaftskrise befürchtet wird, dass sich möglicherweise bald weniger Investoren für FuE finden lassen, haben die EU-Forschungsminister gestern (2. Dezember 2008) ihre ehrgeizige Vision von der Errichtung eines grenzüberschreitenden Europäischen Forschungsraums (EFR) bis 2020 vorgestellt. Dieser soll dabei helfen, die Wettbewerbsfähigkeit der Gemeinschaft zu stärken.

Um den EFR erfolgreich einrichten zu können, sei es wichtig, Investitionen in FuE zu sichern und das “Wissensdreieck” aus Bildung, Forschung und Innovation zu stärken, so die Minister.

Die Europäische Kommission hat erstmals im Jahr 2000 vorgeschlagen, einen EFR einzuführen. Seitdem hat sie mehrere Texte vorgelegt, um die größten Hindernisse für Forscher in Europa aus dem Weg zu räumen. Eine große Herausforderung wird sein, fähige Wissenschaftler aus Drittstaaten anzuwerben und deren Freizügigkeit innerhalb der EU zu erleichtern. 

Es sei tatsächlich von entscheidender Bedeutung, sich darauf zu einigen, welche Gestalt der EFR annehmen soll, den man in 15 bis 20 Jahren zum Abschluss bringen wolle. Diese Annahme sende eine starke politische Botschaft aus, die zeige, dass man Vertrauen in die Zukunft habe. Man sei sich darüber im Klaren, dass Vertrauen in der derzeitigen Situation das Wichtigste sei, sagte EU-Kommissar für Wissenschaft und Forschung Janez Potočnik nach dem Ministertreffen. 

Auf die Befürchtungen, dass das Forschungsbudget angesichts der aktuellen Krise beschnitten werden könnte, antwortete der Kommissar, dass Investitionen in FuE und Innovationen keine zusätzliche Belastung darstellten, sondern eine unverzichtbare Investition in die zukünftige Beschäftigung und das Wachstum. 

In Übereinstimmung mit dem Konjunkturplan, der von der Kommission im vergangenen Monat vorgestellt wurde, wies Potočnik darauf hin, dass die Wirtschaft in der EU auf mittlere und lange Sicht neu strukturiert werden müsste, um sie zu einer umweltorientierten und wissensbasierten Wirtschaft zu machen.

Die Minister einigten sich außerdem auf ein Verfahren für gemeinsame Forschungsprogramme, mit denen besser auf die großen gesellschaftlichen Herausforderungen, wie die Lebensmittelkrise und ihre Auswirkungen auf die Landwirtschaft, reagiert werden kann. Außerdem sollen diese Programme beim Umgang mit dem Ökosystem, dem Klimawandel oder der alternden Bevölkerung in Europa helfen. 

Für den Anfang könnte die Forschung zu Alzheimer und neurodegenerativen Erkrankungen ein vielversprechendes Pilotprojekt sein, sagte die französische Ministerin für Hochschulbildung und Forschung Valérie Pécresse.

Bei diesem Programm hätten die Mitgliedstaaten „das Steuer in der Hand“, sagte sie, während die Kommission als „Kopilot“ fungiere und sicherstelle, dass sich „genügend Treibstoff im Tank“ befinde. 

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