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3. Dezember 2008
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Moralische US-Opposition gegen Nanotechnologien [DE][en][fr

Erschienen: Mittwoch 20. Februar 2008   

Die positive öffentliche Meinung in Europa über Nanotechnologie könnte der EU helfen, die Führungsposition in diesem vielversprechenden Forschungsbereich zu übernehmen. Eine jüngste Umfrage zeigt, dass die Mehrheit der Amerikaner Nanotechnologie aufgrund religiöser Überzeugungen als moralisch inakzeptabel bewerten.

Es scheine wesentliche Unterschiede zwischen den Vereinigten Staaten und den Ländern zu geben, die in Europa führend im Bereich der Nanowissenschaften seien, was die Haltungen gegenüber Nanotechnologien betreffe, so Professor Dietram A. Scheufele während der Jahreskonferenz der Amerikanischen Gesellschaft zur Förderung der Naturwissenschaften (AAASexternal - American Association for the Advancement of Science) am 15. Februar 2008.

Scheufele, Professor der Kommunikation in den Biowissenschaften an der Universität in Wisconsin, Madison, ist der Meinung, dass die Ursache für diese unterschiedlichen Haltungen in der Religion zu finden sind. Er sagte, die Umfrageergebnisse zeigten deutliche Parallelen im Hinblick auf die Akzeptanz von Nanotechnologie sowie auf moralische Ansichten. Religion spiele im Leben der Amerikaner eine wichtige Rolle, wohingegen die Europäer eine stärker säkular geprägte Haltung verträten.

Laut Scheufele empfänden diejenigen mit starken religiösen Überzeugungen Forscher, als spielten letztere Gott, wenn sie mithilfe von Nanotechnologie, Biotechnologie oder Stammzellenforschung neue Materialien oder Instrumente schafften, um die ‚menschlichen Qualitäten’ zu verbessern. 

Dennoch betonte Professor Scheufele, diese Unwissenheit habe nichts mit den moralischen Zweifeln der Menschen an Nanotechnologie selbst zu tun: Die Umfrage zeigte, dass die Befragten gut informiert über Nanowissenschaften und deren potentiellen Nutzen seien. Das Problem bestehe daher seiner Meinung nach nicht darin, diese Menschen zu informieren. Sie seien bereits informiert, lehnten dieser Technologie trotzdem aufgrund religiöser Überzeugungen ab.

Scheufele denkt, dass das Umfrageergebnis die Art, wie Experten zukünftig die Technologie und ihre Anwendungsmöglichkeiten erklärten, beeinflussen werde. Dies bedeute auch, dass die wissenschaftliche Gemeinschaft die Technologie mehr im Kontext sehen und versuchen müsse, die Haltung der amerikanischen Öffentlichkeit zu verstehen.

Die Studie wurde vom Survey Center der Universität von Wisconsin durchgeführt. Sie zeigte, dass nur 29,5% der Amerikaner Nanotechnologie als moralisch akzeptabel bewerten. In Europa ergaben sich wesentlich höhere Prozentsätze in diesem Bereich. Etwa 54% der Befragten im Vereinigten Königreich, 63% in Deutschland und 72% in Frankreich haben keinerlei moralische Bedenken bezüglich Nanowissenschaften.

Eine jüngste Eurobarometer-UmfragePdf external über Biotechnologie und Lebenswissenschaften zeigte ebenfalls wesentliche Unterschiede zwischen den öffentlichen Meinungen der Amerikaner und der Europäer im Hinblick auf gentechnisch veränderte Lebensmittel und Nanotechnologien. Während Europäer gentechnisch veränderte Lebensmittel stark ablehnen, jedoch Fortschritte im Bereich Nanowissenschaften als nützlich für die Gesellschaft und als moralisch akzeptabel erachten, ist in den USA das Gegenteil der Fall.

Laut der Europäischen Kommission kann die öffentliche Meinung ein Hindernis für technologische Innovationen darstellen. Dies könne auch zu einer gewissen technologischen Kluft zwischen den Vereinigten Staaten und Europa führen.

Anfang Februar 2008 hat die Kommission einen Verhaltenskodex für verantwortungsvolle Forschung im Bereich der Nanowissenschaften und -technologien angenommen (EurActiv vom 12. Februar 2008). Die EU-Exekutive hofft, dass die Mitgliedstaaten dieses Dokument nutzten, um den Dialog innerhalb der Gesellschaft über Nanotechnologie zu fördern. Damit soll beispielsweise das Verständnis und den Einbezug der allgemeinen Öffentlichkeit in die Entwicklung neuer Technologien verbessert werden.

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Giuliano Berretta, European Satellite Operators Association
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