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Ein unabhängiger Expertenbericht erteilt dem Vorschlag der Kommission hinsichtlich der Schaffung eines dezentralisierten, virtuellen Europäischen Instituts für Technologie eine Absage und schlägt als Alternative ein Modell vor, das auf bestehenden lokalen und regionalen Instituten, die in den Bereichen Forschung, Bildung und Innovation qualifiziert sind, aufbaut.
Das dezentralisierte Europäische Technologieinstitut (ETI), das von der Kommission vorgeschlagen wurde, sei „nicht umsetzbar“ und die vorgeschlagene finanzielle Basis sei „nicht nachhaltig“ heißt es in einem unabhängigen Expertenbericht
, der am 5. April 2007 veröffentlicht wurde.
Der Bericht, der von der United Nations University (UNU
) auf Anfrage des Europaparlaments entworfen und vorgelegt wurde, erklärt, dass ein dezentralisiertes Institut weder die Forschungsleistung maßgeblich verbessern, das Leistungsniveau der Top-Universitäten Europas erreichen, noch den Technologietransfer angemessen organisieren könnte.
Die Verfasser des Berichts argumentieren, dass nicht alle Länder, Regionen und Institutionen der EU Probleme mit dem Wissenstransfer, mit Unternehmertum oder der Honorierung von Spitzenleistungen in Forschung und Ausbildung hätten. Ignoriere man diese Tatsache, so der Bericht, käme man zu schnell zu dem Schluss, dass ein Institut auf europäischer Ebene notwendig sei, sogar da, wo nationale oder regionale Ansätze sinnvoller sein könnten.
Der Bericht schlägt als Alternative ein Modell vor, ein so genanntes "Cluster ETI", das bestehende lokale und regionale Institute, die in den Bereichen Forschung, Bildung und Innovation qualifiziert sind, unterstützen soll. Dieses Modell könnte dazu führen, so der Bericht, dass ehrgeizige und erfolgreiche Regionen und Universitäten darum konkurrieren würden, einflussreiche Institute innerhalb einer gut positionierten Universität zu schaffen, welche wiederum eng mit der Wirtschaft bei Fragen langfristiger Wirtschaftsentwicklungen zusammenarbeiten würden.
Bis zu 20 Europäische Technologieinstitute könnten ins Leben gerufen werden. Jedes würde ein eigenes multidisziplinäres Themengebiet behandeln und zusätzlich zu Doktoranden etwa 300 wissenschaftliche und technische Mitarbeiter umfassen und über einen Jahreshaushalt von bis zu 70 Millionen Euro verfügen. Für die finanziellen Grundlagen der „Cluster ETIs“ schlägt der Bericht die Schaffung eines Europäischen Innovationsfonds, in den Restmittel des jährlichen EU-Haushalts fließen soll, vor.
Eine öffentliche Anhörung zum ETI wird am 8. Mai 2007 im Europaparlament stattfinden.