Der finnische Rat für Wissenschafts- und Technologiepolitik, dem der Premierminister Matti Vanhanen vorsitzt, stimmte Anfang Dezember einer erneuten Überarbeitung der Strategie für die finnische Politik in den Bereichen Bildung, Wissenschaft, Technologie und Innovation zu.
Für die Überarbeitung wird das ehrgeizige Ziel, die Ausgaben des Landes für die FuE bis 2011 auf 4% des BIP zu steigern, gesetzt. 1,2% sollen vom öffentlichen Sektor bereitgestellt werden. 2007 wurden insgesamt 3,47% (6,4 Milliarden Euro) an Geldern zur Verfügung gestellt. 30% dieser Gelder stammten aus dem öffentlichen Sektor.
Das Ziel der EU ist es, bis 2010 die Investitionen in die Forschung in der Union auf insgesamt 3% des gesamten BIP zu erhöhen. Zwei Drittel dieser Summe sollen dabei vom privaten und ein Drittel vom öffentlichen Sektor kommen. Doch im Schnitt hat sich der Anteil der 27 EU-Länder seit Mitte der 90er-Jahre bei etwa 1,9% eingependelt und ist seit 2000 sogar rückläufig.
Damit das 4%-Ziel erreicht werden kann, wird im Rahmen der finnischen Strategiereform vorgeschlagen, dass die Gesamtausgaben bis 2011 um 760 Millionen Euro erhöht werden sollten.
Vorgesehen ist, die finanzielle Unterstützung der Universitäten um 330 Millionen Euro zu erhöhen, um zusätzliche Gelder für Grundausgaben, die Forschungsstrukturen vor Ort und die berufliche Weiterentwicklung der Forscher zur Verfügung stellen zu können.
Die größte Förderorganisation für den Bereich Forschung und Entwicklung in Finnland (Tekes) wird ebenfalls mit zusätzlichen 220 Millionen Euro ausgestattet werden, um so in Zeiten der Rezession die Zahl der forschenden und entwickelnden Unternehmen erhöhen, innovative KMU fördern und allgemein für mehr FuE in der Wirtschaft sorgen zu können.
Die Akademie von Finnland wird zur Unterstützung ihrer Exzellenzcluster zusätzliche 80 Millionen Euro erhalten. Zudem wird sie erstmals zur Entwicklung eines horizontal ausgerichteten Programms für die branchenspezifische FuE mit 45 Millionen Euro unterstützt. Ebenfalls neu ist der Vorschlag, in die Entwicklung einer eigenständigen Politik für Forschungsinfrastrukturen in Finnland zu investieren, deren Fehlen als Hindernis für die Leistungsfähigkeit der Forschung ausgemacht wurde.
Angesichts der Konjunkturschwäche sei es umso wichtiger, sich auf das Wissen zu konzentrieren, und die Regierung müsse den Plan noch schneller umsetzen, kommentierte die finnische Bildungsministerin Sari Sarkomaa.
Finnland konnte die Rezession in den 90er-Jahren schnell wieder abwenden, da es die FuE stark unterstützte. Nun müsse man den gleichen Mut aufbringen, meinte Sarkomaa.




