„Kommunikation ist ein Erfordernis und eine Notwendigkeit für die Wissenschaften und die Öffentlichkeit dabei einzubeziehen ist mehr als nur eine Priorität – es ist eine Verpflichtung“, betonte EU-Wissenschafts- und Forschungskommissar Janez Potočnik bei der Eröffnungszeremonie der zweiten CER-Konferenzausstellung 'Communicating European Research 2005'. Auf der Konferenz, die vom 14. bis 15. November 2005 stattfindet, kommen Projektkoordinatoren, Vertreter von Forschungseinrichtungen, Journalisten, Öffentlichkeitsarbeiter und andere Kommunikationsfachleute zusammen, um das gegenseitige Verständnis zwischen ihren Berufsfeldern und Rollen zu verbessern und Strategien für die Verbesserung der Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse an die europäischen Bürgern auszuarbeiten.
„Die Wissenschaften verdienen einen Platz in der europäischen Öffentlichkeit. Wir müssen die Anerkennung der Rolle von Wissenschaftlern in der Öffentlichkeit stärken und Forschern Ressourcen und Instrumente zur Verfügung stellen, die ihnen bei der Vermittlung ihrer Arbeit helfen“, sagte Potočnik. „Darüber hinaus müssen wir das Image der Wissenschaften in der Gesellschaft verbessern und definieren, wie der Mehrwert europäischer Forschung im Vergleich zu der auf nationaler Ebene betriebenen Forschung kommuniziert werden kann“, so Potočnik weiter.
Ein weiterer Redner bei der Eröffnungszeremonie war Dr. Alan I. Leshner, Geschäftsführer der American Association for the Advancement of Science (AAAS), der das Ziel der Konferenz infrage stellte. In Bezug auf den sich wandelnden Kontext des Dialogs zwischen den Wissenschaften und der Gesellschaft – den er für „angespannter“ als früher hält – sagte er, „die Annahme, dass wissenschaftliche Grundkenntnisse ein Problem darstellen, ist nicht richtig“. Hinsichtlich der Notwendigkeit einer besseren und intensiveren Wissenschaftskommunikation sagte er, „wir können die Kluft zwischen Wissenschaft und Gesellschaft nicht einfach mithilfe von Bildung beseitigen, weil das Problem nicht darin besteht, dass die Menschen nicht über wissenschaftliche Themen Bescheid wissen - sondern vielmehr in der Tatsache, dass ihnen einige wissenschaftliche Fortschritte nicht gefallen“.
„Während Forschung immer gemäß von Kosten-Nutzen-Analysen bewertet wurde, betrifft ein großer Teil der Forschung heute Themen, die mit menschlichen Grundwerten zu tun haben, und darum wollen die Bürger Einfluss auf die Wissenschaften ausüben anstatt nur von ihnen beeinflusst zu werden“, fügte Dr. Leshner unter Verweis auf Klon- und Stammzellenforschung und Studien zu Sexualität und Verhaltensgenetik (Aggressivität, Intelligenz) hinzu.
Dr. Leshner betonte, Kommunikationsarbeit müsse über die bloße Vermittlung von Erkenntnissen hinausgehen. Stattdessen müsse ein echter Dialog mit der Öffentlichkeit eingegangen werden. „Wir müssen das Wesen der Wissenschaftskommunikation von einem Monolog zu einem Dialog ändern, der Öffentlichkeit zuhören und uns ihre Sorgen anhören“.




