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Ashton präsentiert neues Design für EU-Diplomatendienst

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Veröffentlicht 23. April 2010, aktualisiert 26. April 2010

EU-Außenpolitikchefin Catherine Ashton hat einen überarbeiteten Entwurf für den Europäischen Außendienst (EAD) präsentiert, der nicht mehr den vormaligen Plan für ein detailliertes Organigramm beinhaltet, hat EurActiv erfahren.

Ashtons überarbeiteter Entwurf soll am 26. April von EU-Außenministern diskutiert werden und muss vom Europäischen Parlament akzeptiert werden bevor er in Kraft treten kann.

Die neue Version beinhaltet nicht mehr frühere Pläne für ein detailliertes Organigramm, welches eine Kontroverse um den Vorsitz der neuen Verwaltung ausgelöst hatte, der einem "énarque" im französischen Stil auf den Leib geschnitten zu sein schien (EurActiv 30.03.10). 

Es wird kein Organigramm im EAD geben, sagte der Botschafter eines großen EU-Staats Journalisten gestern. Der Grund dafür sei, erklärte er, dass Ashton nicht durch strenge Verwaltungsstrukturen gebunden sein wollte und der Dienst Zeit haben sollte, sich zu entwickeln.

Von Anfang an schien es, dass es Ashtons Taktik war, einen groben Vorschlag einzureichen um ihre Chancen zu vergrößern, den Vorschlag im EU-Ministerrat und Europäischen Parlament durchzusetzen, die beide ein Mitspracherecht zum neuen Dienst haben (EurActiv 22.03.10). 

Obwohl es keine legislative Macht über die Struktur des zukünftigen diplomatischen Dienst hat, kann das Parlament ein Veto gegen die finanziellen Aspekte des Entwurfs einlegen.

"Primus inter pares"

"Ashtons Betrachtungsweise hat sich entwickelt", sagte der Diplomat beim Vergleich ihres früheren Vorschlags vom 25. März mit dem, den sie EU-Botschaftern am Mittwoch vorgelegt hat (siehe Background).

Entgegen früheren Plänen, einen mächtigen Generalsekretär an der Spitze des neuen EU-Diplomatendienstes zu installieren, stellt Ashton dieses mal eine "kollegiale Führung" von drei hohen Beamten vor, von denen einer in ihrer Abwesenheit den EAD präsidieren würde.

Dieser Beamte, als primus inter pares – Erster unter Gleichen – gesehen, würde als "Exekutiver Generalsekretär" geführt, sagte der Botschafter.

Ironischerweise würde Ashton dem Diplomaten zufolge eine größere Auswahl von Abgeordneten auf der höheren politischen Ebene haben. Eine Option wäre, dass ihr die drei Kommissare, die sich mit Außenpolitik befassen, assistieren – nämlich Štefan Füle, der tschechische Kommissar für Erweiterung, Andris Piebalgs, ihr lettischer Kollege, der für Entwicklung verantwortlich ist, und Kristalina Georgieva, die bulgarische Kommissarin für humanitäre Hilfe (EurActiv 15.03.10). 

Die zweite Möglichkeit ist, dass ihr die Außenminister der 27 EU-Mitgliedsstaaten assistieren würden, deren Treffen Ashton organisieren wird. Die dritte Möglichkeit ist, dass sie gelegentlich von speziellen EU-Gesandten vertreten wird, die für bestimmte Missionen ernannt werden, wie es in den USA der Fall ist.

Kommissare hüten sich, zu Stellvertretern zu werden

Doch der Diplomat gestand ein, dass Ashtons potentielle Stellvertreterkommissare, die bereit sind, Hilfe zu leisten, ihre Besorgnis darüber ausgedrückt haben, von der "EAD-Bürokratie" geführt zu werden.

Der Botschafter sagte, dass die Kommission und der Rat kürzlich Listen abgeschickt hatten, welche ihrer Verwaltungseinheiten Teil des EAD werden würden. Er machte klar, dass es sich dabei nicht um Namenslisten handelte.

Von EurActiv gefragt, ob Mitgliedsstaaten bereits aufgefordert wurden, Listen mit Personen einzuschicken, die sie im EAD sehen wollten, verneinte er dies. Der zukünftige diplomatische Dienst wird aus Beamten des Rats, der Kommission und der diplomatischen Vertretungen der Mitgliedsstaaten zusammengestellt sein (EurActiv 13.04.10). 

Der Diplomat sagte, dass EU-Länder von Ashton erwarteten, die "kollegiale Führung" und andere Schlüsselpositionen bis zum Sommer zu füllen, und dadurch ein für Mitgliedsstaaten akzeptables Gesamtpaket zu produzieren. Der EAD würde dann im Herbst operativ werden, fügte er hinzu.

Gebeten die Sicht des Parlaments zu kommentieren, dass Ashtons Vorschlag den Mitgliedsstaaten zu viel Raum zugestehe, sagte der Diplomat, dass der Kontakt mit dem Parlament nach dem Treffen am Montag mit den Außenministern beibehalten würde.

Dem Botschafter zufolge gibt es unter den Mitgliedsstaaten einen "überraschend großen Konsensus" zum EAD, doch dahinter stünden "viele Nachgedanken" in Bezug auf individuelle nationale Kandidaturen für Schlüsselpositionen.

Nächste Schritte: 
  • 26. April: Außenministertreffen in Luxemburg;
  • 30. April: Ablauf der Frist für die Verabschiedung von Catherine Ashtons Vorschlag zum Aufbau des EAD
Hintergrund : 

Der Lissabonvertrag, der am 1. Dezember 2009 in Kraft trat, stellt der Europäischen Union einen Europäischen Auswärtigen Dienst (EAD) zur Verfügung: einen diplomatischen Dienst mit der Zielsetzung, eine wahrhaft europäische Außenpolitik zu entwickeln.

Trotz der Opposition seitens des Europäischen Parlaments, präsentierte die oberste EU-Außenpolitikerin Catherine Ashton am 25. März einen Vorschlag, der im französischen Stil einen Generalsekretär und zwei Vertreter in das Zentrum des zukünftigen diplomatischen Dienstes der EU stellt (EurActiv 26.03.10). 

Ashtons zwölfseitiger Vorschlag zum Aufbau des EAD ignorierte das Parlament, welches das französische Vorbild mit einem äußerst mächtigen Generalsekretär abgelehnt hatte (EurActiv 24.03.10).

Sollte sich dieses Modell durchsetzen, wird der Generalsekretär den EAD „wie eine Spinne“ leiten, warnten die MdEPs. Eine parteiübergreifende Gruppe von MdEPs gab eine Stellungnahme heraus, in der sie sagte, das Parlament lehne den Vorschlag als inakzeptabel ab.

Der Europäische Gipfel bat Catherine Ashton, die Hohe Repräsentantin der EU für die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik,  im Dezember 2009 einen Vorschlag zur Organisation und Funktionsweise des EAD zu unterbreiten, der Ende April 2010 angenommen werden sollte.

Am 21. April haben die Vorsitzenden der drei größten politischen Gruppierungen im Europäischen Parlament eine Mitteilung veröffentlicht, in der sie davor warnen, den zukünftigen diplomatischen Dienst der Gewalt der EU-Mitgliedsstaaten zu überlassen(EurActiv 21.04.10).

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