Barroso, der über die Sommerferien daran arbeiten musste, ein detailliertes Programm für die nächsten fünf Jahre auf Anfrage der Fraktionen im Parlament zusammenzustellen, hat angekündigt, dass er diesen Text an die Europaabgeordneten innerhalb der nächsten Woche senden werde und bereit sei ihn mit denen, die es wünschten, darüber am 8. und 9. September zu sprechen.
Der amtierende Kommissionspräsident machte die Aussagen als er nach einem Treffen mit der litauischen Präsidentin Dalia Grybauskaite.
Barrosos "Sommerhausaufgabe", wie es von Journalisten bezeichnet wurde, wurde notwendig als die Sozialisten, Liberalen und Grüne Fraktion klar machten, dass sie keinen kurzen Entwurf, wie jener den Barroso den EU-Staats- und Regierungschefs während ihrem Juni-Gipfel präsentiert hatte, akzeptieren würden. (EurActiv vom 18. Juni 2009).
Die Sozialisten und Demokraten (S&D) wollen insbesondere, dass Barroso einen Teil ihres politischen Manifestos zur Europawahl übernimmt. In einem offenen Brief hat Martin Schulz, Vorsitzender der S&D Fraktion, hat elf Anliegen an den nächsten Präsidenten der EU-Kommission (EurActiv vom 14. Juni 2009) formuliert und seine Gruppe erwartet nun Barrosos' Abgabe gegenzuprüfen.
Der frühere portugisische Ministerpräsident, der EPP-zugehörig ist, ist der einzige Kandidat für die Position und eine "technische Vereinbarung" zwischen der Mitte-Rechtspartei der Europäischen Volkspartei (EPP) und den Sozialdemokraten, die Parlamentspräsidentschaft in den nächsten fünf Jahren zu teilen, welche gerade während der Sommerferien erreicht wurde, weist darauf hin, dass sie bereit sein würden, den gegenwärtigen Kommissionspräsidenten zu unterstützen, wenn er für ihre Prioritäten Interesse zeigt. Kein anderen formal alternativer Kandidat tauchte während der Sommerferien auf.
Sprecher der Fraktionen haben es abgelehnt, sich zu Barrosos vorgeschlagener Agenda zu äussern, und sagten sie seien noch immer im Urlaub. Trotz der Tatsache, dass diese Woche für die Treffen der politischen Fraktionen reserviert war, haben die großen Fraktionen diese abgesagt und die Europaabgeordneten verlängern ihre Sommerpause, hat EurActiv erfahren.



