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3. Dezember 2008
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EU-Fachleute empfehlen Wallström: Bessere EU-Berichterstattung in Mitgliedstaaten und verständliche Informationen[en][fr

Erschienen: Freitag 22. Oktober 2004    | Aktualisiert: Freitag 23. September 2005   

Margot Wallström steht als neue EU-Kommissarin für Öffentlichkeitsarbeit vor einer schweren Aufgabe. Ein neuer Bericht gibt ihr Ratschläge, wie die EU ihren Bürgern näher gebracht werden kann. 

Hintergrund:

Friends of Europe, EurActiv und Gallup Europe haben einen gemeinsamen Bericht mit dem Titel 'Can EU Hear Me?' veröffentlicht, der sich mit dem 'Kommunikationsdefizit' der EU und mit Strategien für eine wirksamere Informationsvermittlung befasst. 

Der Bericht ist das Ergebnis eines einjährigen Projekts, das sich aus einer Meinungsumfrage in der Bevölkerung, einer Umfrage unter politischen Führungskräften und Entscheidungsträgern sowie den Ergebnissen einer Arbeitsgruppe zusammengesetzt hat. Mehr als 3.500 Vertreter aus den Bereichen Industrie, Medien, Zivilgesellschaft und EU-Institutionen haben an den Umfragen, die im Rahmen dieses Projekts durchgeführt wurden, teilgenommen.

Die Ergebnisse sind der künftigen Kommissarin für Öffentlichkeitsarbeit Margot Wallström in Form von Empfehlungen unterbreitet worden. 

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In einem Offenen Brief an Margot Wallström haben die Friends of Europe, EurActiv und Gallup Europe die Ergebnisse ihrer Studie vorgestellt. In dem Brief heisst es, ihr stehe eine große und wichtige Aufgabe bevor. 

Zehn Empfehlungen sind aus dem Projekt hervorgegangen, unter anderem die folgenden: 

  • Wallström sollte allen Mitgliedstaaten einen Besuch abstatten, und zwar bereits während der ersten sechs Monate ihrer Amtszeit, um die Haltungen der Bürger zur EU und Menschen, die die EU unterstützen und Vorteile aus ihr gezogen haben sowie nationale Medienvertreter und führende Politiker kennenzulernen.
  • Das Bewusstsein für Vorteile der EU-Mitgliedschaft sollte gefördert werden, indem in diesem Bereich akademische Forschung betrieben wird und indem die Vorteile auf professionelle Weise an die Bürger der einzelnen EU-Länder vermittelt werden. Populäre 'Botschafter/innen des guten Willens' sollten eingesetzt werden, um das Bewusstsein für die Vorteile Europas zu fördern.
  • Die Informationen einfach halten,  indem langweilige Informationen auf ein Minimum reduziert werden: drei Hauptpunkte sollten bei jeder Mitteilung in den Mittelpunkt gerückt werden.
  • Medien sollten ermutigt werden, über die EU zu berichten  und vor allem auch über politische Meinungsverschiedenheiten auf EU-Ebene. Die EU sollte außerdem in die Lage versetzt werden, zügiger auf Ereignisse zu reagieren, indem sie einen EU-Pressesaal einrichtet, der internationalen Medien aktuelle Informationen und Materialien liefern kann. Journalisten sollten nach Brüssel eingeladen werden, um dort Intensivkurse in EU-Berichterstattung zu erhalten. Die Kontakte zu landesweiten und regionalen Medien in den EU-Ländern sollten verbessert werden.
  • Optimierung der EU-Kommunikations- und Berichterstattungsstrukturen durch eine engere Zusammenarbeit der EU-Institutionen und die Beseitigung administrativer Hindernisse. 
  • Die Annahme einer Dezentralisierungs-Strategie,  die nationale Regierungen für die EU-Informationsvermittlung in ihren Ländern verantwortlich macht und Einrichtung einer 'Task Force' zu diesem Zweck auf nationaler Ebene.

Positionen:

Viele hochrangigen Politiker, Beamte und PR-Fachleute haben ihre Meinungen zu den EU-Vermittlungsbemühungen zum Ausdruck gebracht: 

Jean-Luc Dehaene, Mitglied des Europäischen Parlaments und ehemaliger belgischer Regierungschef: "Man kann auf Konferenzen noch soviel darüber sprechen, dass Europa Stabilität und Frieden sichert. Wenn die Menschen zu Hause ankommen, können sie keine direkten Bezug herstellen. Die Menschen wissen es zwar, aber sie spüren es nicht mehr in ihren konkreten Erfahrungen. Information auf lokaler Ebene ist einfacher, weil es dort für die Bürger meist sofort sichtbar ist".  

Elaine Cruikshanks, Vorsitzende von Hill & Knowlton Europe: "Wenn wir mit Presse- und Regierungssprechern reden, wird uns oft erzählt, dass der Inhalt zu komplex ist, um attraktiv sein zu können. Aber wenn man sich mit den Themen genauer befasst, stellt sich of heraus, dass es nur eine Frage dessen ist, wie der Inhalt auf interessante und relevante Weise dargestellt wird und dass er zum richtigen Zeitpunkt an die Öffentlichkeit gebracht wird". 

Giuliano Amato, ehemaliger Ministerpräsident Italiens: "Zu einer Institution, die nur als Regulierungsinstanz für die Größe von Äpfeln wahrgenommen wird, können die Menschen keine emotionale Verbindung herstellen". 

Eberhard Rhein, ehemaliger Direktor in der Europäischen Kommission: "Die Kommission muss Informationen in einer verständlichen und nicht-technischen Sprache an die Bürger bringen. Es muss ständig geprüft werden, was für den Durchschnittsbürger wichtig ist und warum". 

Aljosh Perterle, Mitglied des Europäischen Parlaments und ehemaliger Ministerpräsident Sloweniens: "Ich denke, dass die Menschen einen besseren Einblick in die Entscheidungen, die getroffen werden, brauchen. Diesen müssen sie auf schnellerem Wege erlangen können - besserer Zugang zu Informationan darüber, was bei Treffen vor sich geht". 

Nikolaus van der Pas, Generaldirektor für Kultur und Bildung: "Wir sollten eine verständliche Botschaft zu den gegenwärtigen Kämpfen zwischen Kommission, Parlament und Rat an die Öffentlichkeit vermitteln. Auseinandersetzungen über neue Initiativen sind eine Realität." 

Kommissar António Vitorino: "Wenn sie (die Mitgliedstaaten) Brüssel weiterhin als einen Sündenbock, für alles was bei ihnen im Land schief geht, missbrauchen und über die 'verdammten Bürokraten in Brüssel' reden, dann werden wir es nicth schaffen, Informationen über konkrete Maßnahmen zu vermitteln, die das Leben sicherer machen". 

Nächste Schritte:

Margot Wallström wird ihr Amt als Kommissarin für interinstitutionelle Beziehungen und Öffentlichkeitsarbeit am 1.November 2004 aufnehmen. Sie wird ebenfalls Vize-Präsidentin der Kommission sein. 

Ein wichtiger Teil ihrer Aufgabe wird darin bestehen, die Informationsvermittlung aus Brüssel und in den Mitgliedstaaten während des Ratifizierungsprozesses des europäischen Verfassungsvertrags zu verbessern. Sie wird ebenfalls dafür zuständig sein, engere Beziehungen zu den nationalen Parlamenten aufzubauen.   

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