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Die EU-Außenminister zeigten sich optimistisch, dass die letzten Hindernisse, die einer Einigung über einen neuen Reformvertrag im Weg stehen könnten, bei einem entscheidenden Gipfel diese Woche in Lissabon überwunden werden könnten. Diplomaten halten es sogar für möglich, neue Punkte auf die Agenda zu setzen, um die Staats- und Regierungschefs der EU weiter zu beschäftigen.
Rechtsexperten aus den 27 EU-Mitgliedstaaten haben die Übertragung eines politischen Mandats auf einen neuen Vertragsentwurf Anfang Oktober abgeschlossen (EurActiv vom 8. Oktober 2007). Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten sich während ihres Gipfels im Juni 2007 auf dieses Mandat geeinigt.
Der abgeschlossene Text muss nun von den EU-Staats- und Regierungschefs während eines informellen Gipfels am 18. und 19. Oktober 2007 gebilligt werden.
Nun, da alle rechtlichen Fragen geklärt sind, sind die einzig übrig bleibenden Unsicherheiten politischer Natur. Dies besonders, da Polen am 21. Oktober vorgezogene Parlamentswahlen durchführen wird.
Während ihres Treffens am 15. Oktober in Luxemburg, das in Vorbereitung auf das Gipfeltreffen stattfand, haben die 27 EU-Außenminister erklärt, dass eine Einigung über den neuen Vertrag nun fast sicher sei. Ein paar Probleme müssen jedoch noch geklärt werden:
Keine dieser Fragen wird jedoch als ernst genug erachtet, die Annahme des Vertrags während des Lissabon-Gipfels blockieren zu können. Marine de Carné, die Sprecherin der ständigen Vertretung Frankreichs in Brüssel, sagte, man wisse, dass es einige politische Fragen gebe, die aufgeworfen werden könnten. Sie gestand aber ein, dass es ein ‚polnisches Problem’ gebe. Sie wies jedoch darauf hin, dass dies nach den Diskussionen der Rechtsexperten während der Regierungskonferenz zügig überwunden werden sollte.
Im Gespräch mit EurActiv sagte de Carné, „wir hoffen, dass die Diskussionen etwa eine Stunden andauern und dass wir dann den Champagner öffnen können“.
Der portugiesische Premierminister, José Socrates, hat einen Brief an die Staatschefs gerichtet, der Themen für die Diskussion anführt, welche die externen Aspekte der Lissabon-Strategie für Wachstum und Beschäftigung betreffen. Diese könnten, nachdem die Einigung erzielt wurde, diskutiert werden.
Nichtsdestotrotz muss der Text nach Einigung der Staats- und Regierungschefs noch von allen 27 Mitgliedstaaten ratifiziert werden – ein Prozess, der in einer Reihe von Mitgliedstaaten ein risikoreiches Referendum einschließen könnte.
Obwohl Irland das einzige Land ist, das verfassungsmäßig zu einer Volksabstimmung verpflichtet ist, sind andere Mitgliedstaaten, besonders das Vereinigte Königreich, unter Druck geraten, ihren Bürgern Mitspracherecht zum Vertrag zu gewähren.
Es gebe überhaupt keinen Grund, warum man nicht zuversichtlich sein sollte, dass Ende dieser Woche eine Einigung erzielt werden würde, sagte der portugiesische Minister für europäische Angelegenheiten, Manuel Lobo Antunes, nachdem die Außenminister am 15. Oktober 2007 den Entwurf besprochen hatten.
Was Italiens Forderungen betrifft, die Verhandlungen über den Vertrag von denen über die Zusammenstellung des Europäischen Parlaments zu trennen, blieb Antunes undeutlich, indem er sagte, dass er kein endgültiges Ideal habe und nicht vorwegnehmen könne, wie die Lösung auszusehen habe. Des Weiteren fügte er aber hinzu, dass die portugiesische Ratspräsidentschaft, wenn sie einmal eine Aufgabe habe, diese auch vollständig lösen werde.
Auf Bulgariens Forderungen über die Schreibweise des Wortes Euro angesprochen, sagte Antunes, dass dies die Erwartungen der Bürger seien und dass die Lösung, die man für Bulgarien finden werde, diese Perspektive haben werde.
Gleichzeitig sicherte er das Verständnis der Mitgliedstaaten für Österreichs Studentenproblem zu, sagte aber, dass der Vertrag wohl nicht das beste Medium sei, um diese Angelegenheit zu klären, sowie dass man die Europäische Kommission und Österreich ermutige, eine Lösung für dieses Problem zu finden.
Auf Polens Forderungen Bezug nehmend, deutete Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn an, dass eine Lösung nahe sei.Wenn man nur einen weiteren Milimeter auf Polen zu rücke, wäre die Angelegenheit gelöst. Er fügte hinzu, dass eine Möglichkeit darin bestünde, den Kompromiss von Ioannina in ein Protokoll aufzunehmen, welches geändert werden könnte, ohne den gesamten Vertrag auseinander nehmen zu müssen.
Polens Außenministerin Anna Fotyga äusserte sich optimistisch: Man sei nur einen kleinen Schritt von einer Einigung entfernt.
Gordon Brown, der Premierminister des Vereinigten Königreichs, der sich neuen Angriffen der konservativen Opposition und Europaabgeordneten ausgesetzt sah, wurde vom britischen Außenminister David Miliband verteidigt. Letzterer sagte, das Volk werde sehen, dass die nationalen Interessen Großbritanniens sehr klar verteidigt worden seien.