Während der ECAS-Konferenz am 7. Juni 2006 (s. EurActiv, 13. Juni 2006) hatte EurActiv die Gelegenheit, Daniel Spoel zu interviewen. Spoel ist Ingenieur und arbeitete früher für Shell in Belgien.
Nach Ansicht von Spoel werden im ‚Plan D’ der Kommission nicht die wirklichen Probleme angesprochen. Es fehle sowohl eine zentrale Botschaft als auch eine Vision. Die Autoren des Buches „Plan B“ haben, laut Spoel, versucht, eine Vision zu formulieren, welche alle großen Herausforderungen, denen Europa und die Welt gegenüber stehen, zusammenbringt. Die Lissabon-Agenda für Wachstum und Beschäftigung sei fehlgeschlagen, weil sie zu sehr auf Wettbewerbsfähigkeit ausgerichtet sei, sagte er.
Eine der Leitideen des Buches ist die Notwendigkeit, die Zivilgesellschaft stärker in die EU-Politik einzubeziehen, indem die Funktionen des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses und die des Ausschusses der Regionen überarbeitet werden. Spoel gesteht ein, dass diese Institutionen nicht wirklich ernst genommen werden – weder von der Presse noch von der Öffentlichkeit. Allerdings ist er ebenfalls der Ansicht, dass sie der Demokratie zuliebe aufgewertet werden müssten. „Wir brauchen ein Forum, einen Ort der Vermittlung“, fügte Spoel hinzu.
Auf die Frage hin, welchen Vorschlag sie für die neuen Gebilde („Estates General“, „Alliance of the three Seas“) hätten, äußerte sich Spoel nur unklar. Es handele sich nicht um eigentliche Institutionen, sondern eher als Orte des Dialogs.
Um das Interview mit Daniel Spoel (in Französisch) zu lesen, klicken Sie bitte hier.



