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Gemischte Reaktionen auf EU-Haushaltseinigung [DE]

Veröffentlicht 07. April 2006 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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Obwohl das Europäische Parlament in einer Vereinbarung mit dem Rat weitere € 4 Mrd. für den EU-Haushalt 2007 -2013 ausgehandelt hat, zeigen sich die Abgeordneten über den Kompromiss wenig erfreut.

Hiermit sicherte sich das Europäische Parlament seine Einbeziehung in die Halbzeitbilanz  der finanziellen Vorausschau Ende 2009.  Die Mitgliedstaaten werden nun eine größere Verantwortung zu übernehmen haben, um sicherzustellen, dass die Kontrollmechanismen für von der EU mitfinanzierte und –verwaltete Projekte  verbessert werden.  

Durch diese Vereinbarung wurden zusätzliche Finanzmittel für die wichtigsten Ziele des Parlaments, wie Wachstum, Arbeitsplätze, lebenslanges Lernen, Forschung und Außenpolitik, zur Verfügung gestellt.

 

Ergebnis des Trilogs vom 04-04-06 (Mio. € in Preisen von 2004)  Vorschläge für die Aufstockung
Unterüberschrift 1a – Wettbewerb für Wachstum und Beschäftigung     2.100
Transeuropäisches Netze  500  
Lebenslanges Lernen (Erasmus – Leonardo)  800  
7. Forschungsrahmenprogramm  300  
Wettbewerbsfähigkeit und Innovation  400  
Sozialpolitische Agenda  100  
Unterüberschrift 1b – Kohäsion für Wachstum und Beschäftigung   300
Strukturfonds (territoriale Zusammenarbeit)  300  
Überschrift 2 – Erhaltung und Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen   100
Reserve für zukünftige Aktionen (Life+ und Natura 2000) 100  
Unterüberschrift 3b - Unionsbürgerschaft (Kultur, Jugend, Bürger für Europa)   500
Gesundheits- und Verbraucherschutz 200  
Europäische Kultur und Unionsbürgerschaft (Kultur, Jugend, Bürger für Europa) 300  
Überschrift 4 – Die Europäische Union als globaler Partner   1.000
Europäisches Nachbarschafts- und Partnerschaftsinstrument (ENPI) 200  
GASP 800  
GESAMT   4.000
 Quelle: Europäisches Parlament
Stellungnahmen: 

Der österreichische Finanzminister Karl-Heinz Grasser, welcher im Auftrag der österreichischen Ratspräsidentschaft den Vorsitz der Treffen führte, sagte, dies sei ein Meilenstein und brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, dass der Rat dieser Vereinbarung zustimmen würde.  Dessen sei er sich jedoch sicher. 

Reimer Böge (EVP-ED) Berichterstatter des Europäischen Parlaments war mit dem Ergebnis nicht zufrieden.  Er sagte, dass unter den gegebenen Bedingungen alle Beteiligten an die Grenze des Zumutbaren gegangen seien.  Dem Parlament sei es um qualitative Elemente gegangen, um den Einstieg in die Reform der Europäischen Haushaltspolitik, um neue Finanzinstrumente, um die Entbürokratisierung der gesamten Verfahren sowie um die Gewährleistung der Parlamentsrechte. Dies gelte gerade auch für die Einbindung des Parlaments bei einer möglichen Revision der EU-Finanzen 2008/2009.  Die gefundene Einigung sei deshalb ein Fortschritt. "Was wir jetzt an Zahlen vereinbart haben, war für das Parlament die absolute Schmerzgrenze".

Hans-Gert Pöttering, Fraktionsvorsitzender der EVP-ED, sagte, es sei ein langer und schwieriger Weg gewesen und man habe nun ein Ergebnis zu dem wir "ja, ... aber" sagen, da mehr nicht erreichbar war. Er sagte weiter,  "Ich empfehle uns allen, dass wir nicht nur das vermeintliche nationale Interesse, sondern dass wir das gemeinschaftliche Interesse im Auge haben, die Interessen der Europäischen Union, des gemeinsamen Europas."

"Es ist weniger als wir wollten, aber mehr als viele erwartet haben. Es ist ein Sieg der Vernunft", so Martin Schulz (SPD).

Jan Mulder, Mitglied der Allianz der Liberalen und Vizepräsident des EP-Haushaltsausschuss sagte, dass die Mitgliedstaaten 80 % des EU-Haushaltes für die Landwirtschaftspolitik und die Strukturfonds ausgeben ohne eine finanzielle Aufstellung der Ausgaben erstellen zu müssen.  Sie hätten nun erreicht dieses Verfahren zu ändern, so dass der Europäische Rechnungshof alle notwendigen Informationen erhält um eine positive Beurteilung über die Ausgaben der EU abgeben zu können. 

Monica Frassoni sagte im Auftrag der Grünen, dass sie nicht wirklich erfreut sei mit der Vereinbarung und dass sie davon überzeugt sei, dass das Parlament mehr hätte erreichen können.

Jan Seifert, Vorsitzender der Jungen Europäischen Föderalisten (JEF-Europe) sagte, dass der erreichte Kompromiss über die finanzielle Vorausschau eine Verhöhnung der selbst erklärten Ziele der EU sei.  Mit diesen zusätzlichen € 4 Mrd. würde versucht werden, das schlimmste zu vermeiden.  Die EU könne mit diesem Budget zwar leben, allerdings erlaube er ihr nicht, wirklich zu gedeihen. , fügte er hinzu.  

 

Hintergrund : 

Unter Androhung der Vereinbarung des Gipfels nicht zuzustimmen, verlangte das Europäische Parlament weitere € 12 Mrd. für den EU-Haushalt.  Nach mehreren Treffen zwischen dem Parlament, der Kommission und dem Rat wurde am 4. April ein Kompromiss vereinbart.

Laut dieser Vereinbarung wird der EU-Haushalt um € 4 Mrd. aufgestockt plus zusätzliche € 2,5 Mrd. für die Europäische Investitionsbank, um die Ziele von Lissabon zu erreichen.

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