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23. November 2009
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Irlands Neuabstimmung hat Einfluss auf Ernennung der Kommission [DE][en][fr

Erschienen: Montag 15. Juni 2009   

Irlands Ministerpräsident Brian Cowen stand die letzten Tage mit vielen EU-Politikern in Kontakt, um die irische Neuabstimmung über den Lissabonvertrag nach Vorne zu verlegen und bereits im September abstimmen zu lassen, anstatt im Oktober, so die irische Presse. 

Hintergrund:

Im Dezember 2008 auf dem Europäischen Rat, haben sich die EU-Minister darauf geeinigt auf die Reihe von irischen Forderungen einzugehen, die negative Abstimmung beim Referendum zum Lissabonvertrag am 12. Juni 2008 adressieren sollten (EurActiv vom 12. Dezember 2008). 

Im Austausch, hat Irland sich dazu verpflichtet bis zum Ende des Mandates der derzeitigen Kommission (Ende Oktober) ein zweites Referendum über den Vertrag abzuhalten. 

Die Erweiterung des Mandates der Kommission wurde als eine der Möglichkeiten seit Ende 2008 genannt, da die Ungewissheiten um die Ratifizierung des Textes bekannt waren (EurActiv vom 17. März 2009). 

Von dem am 18. bis 19. Juni stattfindenden Gipfel wird erwartet, dass er Irland Garantien gibt, die die Vorbehalte von Wählern entkräften sollen (EurActiv vom 12. Juni 2009). 

Die letzten Umfragen haben ergeben, dass die irischen Wähler nun für den Vertrag von Lissabon sind (EurActiv vom 20. April 2009). 

Zum gleichen Thema:

Weitere Nachrichten:

Der Schritt könnte erhebliche Auswirkungen auf die Verteilung der EU-Spitzenpositionen haben, darunter auch José Manuel Barrosos Wiederwahl als Präsident der EU-Kommission. 

Die ursprünglichen Pläne das Mandat der Kommission zu verlängern verwerfend, üben die EU-Staats- und Regierungschefs nun Druck auf Irland aus den Ratifizierungsprozess zu beschleunigen, so dass die neue Kommission im Oktober unter den Bedingungen des Lissabonvertrages ernannt werden kann, erklärten Diplomaten EurActiv. 

Jeder Tag zähle, sagten die Quellen, da die finale Ratifizierung sowohl das präsidiale Siegel von Václav Klaus, dem europaskeptischen tschechischen Präsidenten, als auch die Signatur des polnischen Präsidenten Lech Kaczyński erfordert der sagt, die Verfassung seines Landes erlaube ihm dies nicht, außer es gebe vollständige Gewissheit, dass der Vertrag in Kraft treten werde. 

Inzwischen soll das deutsche Bundesverfassungsgericht über die Verfassungsmäßigkeit des Lissabonvertrages am 30. Juni entscheiden. 
Eine Resolution des Europäischen Parlamentes, die in der letzen Sitzung der ersten Versammlung, auf die Initiative des ehemaligen belgischen Ministerpräsidenten Jean-Luc Dehaene angenommen wurde erklärt, dass die Nominierung des neuen Kommissarskollegiums starten sollte, sobald die Ergebnisse des zweiten irischen Referendums bekannt seien.  

Dem Lissabonvertrag zufolge würden die EU-Länder ihren eigenen Kommissar bis 2014 behalten, wann eine Reduzierung des Kollegiums auf 15 ansteht. Sollte der Nizzavertrag weiter in Kraft bleiben, würde Zahl der Kommissare sofort unter 27 sinken.

Druck auf Irland, Tschechien und Polen ausübend wartne Deutschland kürzlich, dass wenn der Lissabonvertrag nicht in Kraft trete, Berlin eine Kommission mit nur 12 Mitgliedern fordern würde, oder ein Maximum von 18, was impliziert, dass „Problemländer“ im Kollegium nicht repräsentiert würden. 

Die kurzfristige Ernennung von Kommissaren passe zur Gestaltung Frankreichs und Deutschlands, die mehr Freiheit zur Beeinflussung der Verteilung der Aufgaben innerhalb der neuen Kommission haben würden. Obwohl Paris und Berlin eine zweite Barroso-Amtszeit an der Spitze der Kommission befürworten, wird erwartet, dass sie ihn beim Gipfel am Freitag dennoch nicht offiziell ernennen werden (EurActiv vom 12. Juni 2009).  

Zumindest in der Theorie scheine diese Verzögerung die Dahaene Resolution des Parlaments zu adressieren, die nach einer Beratung zwischen dem Präsidenten des Europäischen Rates, dem Präsidenten des Europäischen Parlamentes und den Präsidenten der Fraktionen fordert, bevor eine Entscheidung fällt den neuen Kommissionspräsidenten zu nominieren. Dieser Prozess ist für die Woche des 22. bis 29. Juni vorgesehen.  

Frankreich und Deutschland scheinen ein „Paketabkommen“ über die europäischen Spitzenpositionen zu favorisieren, darunter Urgesteine der Kommission, aber auch der erste permanente Präsident des Europäischen Rates und der erste hohe Vertreter für Außen- und Sicherheitspolitik, die beide unter dem Lissabonvertrag vorgesehen sind.  

Jedoch würde dieser Ansatz implizieren, dass Barrosos Aufgabe an der Spitze der EU-Kommission ebenfalls Teil des Verhandlungspaketes werden könnte, hierauf wies eine Quelle mit guten Kontakten hin.

Positionen:

In einer Erklärung die heute (15. Juni 2009) herausgegeben wurde, sagte der liberale britische Europaabgeordnete Andrew Duff, der auch Präsident der Europa-Union (UEF) ist, dass parlamentarische Fraktionen sich um politische Gespräche mit dem vom Rat bevorzugten Kandidaten für den Präsidenten der Kommission, José Manuel Barroso bemühen sollten. 

Was auch immer der Europäische Rat in dieser Woche im Bezug auf die formelle Nominierung entscheide, er sollte die Entscheidung lieber von seiner ersten Sitzung im Juli, auf die zweite Plenarsitzung zwischen dem 14. und 17. September in Straßburg verschieben. Dieser kurzfristige Aufschub, der im Einklang mit dem Lissabonvertrag stehe, erlaube es beiden Seiten, die Resultate der Europawahlen zu verdauen und daraus die richtigen demokratischen Schlüsse zu ziehen. 

Die EU brauche eine politisch starke Kommission mit einem breitgefächerten Programm, das den wirtschaftlichen Aufschwung anspreche, sowie Themen der Einwanderung und des Klimawandels als wichtigste Prioritäten ansehe. Alle drei Herausforderungen benötigten Pläne auf föderaler Ebene. 

Die Institutionen sollten den Stil und die Richtung ihrer Informations- und Kommunikationspolitik überdenken. 

Und das Parlament sollte mit seinen Plänen zur Reform der Wahl fortfahren, die auch transnationale Listen für Abgeordnete bis zum Jahr 2014 vorsehe, so Duff.

Auf diese Art und Weise werde das neue Parlament auch die europäischen Bürger gewinnen, die noch nicht von dem Mehrwert des Europaparlaments überzeugt seien.

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