Hauptrednerin des ersten Konferenztages war Beate Gminder, Mitarbeiterin der für Kommunikation zuständigen Kommissarin Margot Wallström. An der Podiumsdiskussion nahmen außerdem Akademiker, Journalisten und Kommissionsmitarbeiter teil. Die Diskussion befasste sich mit den Ergebnissen der Studie sowie mit der Kommunikationsstrategie der Kommission. Insgesamt wurden mehrere Vorschläge für die künftige Politik der Kommission in diesem Bereich gemacht.
Beate Gminder betonte, dass die Kommission nicht darauf abziele, in den Bereich der Medien einzugreifen, und dass die Schaffung einer europäischen Nachrichtenagentur nicht zur Debatte stünde. Sie unterstrich, dass die Kommission sich verstärkt darum bemühen sollte, die gemeinsame Identität und die Effizienz der Kommission zu stärken.
Einige wichtige Ergebnisse der Diskussion:
- Stärkung der lokalen Komponente der Berichterstattung: Allgemein herrschte Einigkeit darüber, dass die Kommission eher zu viel als zu wenig Informationen vermittele, dass diese jedoch nicht das Interesse der Bürger wecken, da sie nicht an lokale Verhältnisse angepasst sind. Die Stärkung lokaler Multiplikatoren könnte dazu beitragen, dieses Problem zu beheben, so die einstimmige Meinung der Konferenzteilnehmer. Der Vorschlag eines Teilnehmers, die Kommissionsvertretungen in den Mitgliedstaaten zu stärken, um einen sektoralen Dialog auf nationaler und lokaler Ebene zu ermöglichen, fand viel Zustimmung.
- Berichterstattung zu erzielen: Die Podiumsteilnehmer stimmten darin überein, dass das Ziel nicht sein sollte, „gute Nachrichten“ über die EU zu erzielen, sondern zu erreichen, dass über Europa berichtet wird und ein Interesse für Nachrichten aus Europa besteht, egal ob es sich dabei um gute oder schlechte Nachrichten handelt.
- Erfolg messen: Die Frage, wie erfolgreiche Kommunikation gemessen werden kann, wurde ebenfalls diskutiert. Die Konferenzteilnehmer stimmten darin überein, dass die Beteiligung der Bürger der wichtigste Indikator ist (zum Beispiel Wahlbeteiligung bei den Europawahlen und Ergebnisse von Eurobarometerumfragen). Einige akademische Podiumsteilnehmer kritisierten die Kommunikation der Kommission als einseitig und betonten, dass Kommunikation immer ein dualer Prozess sein sollte, an dem sowohl die Bürger als auch die Kommission teilnehmen.
- Zukunft: Mehrere Wortbeiträge kritisierten, dass die Debatte über Kommunikation zu sehr auf gedruckte Zeitungen ausgerichtet ist. Das Internet sei die „große Herausforderung der Zukunft“ und die Bemühungen der Kommission sollten dies widerspiegeln.



