In einer Abstimmung vom 20. Februar 2008 sprachen sich 525 Europaabgeordnete für den ‚Reformvertrag’ der EU aus. 115, vor allem extrem links- und rechtsgerichtete Abgeordnete, stimmten gegen ihn.
Vor allem britische und dänische Euroskeptiker äußerten ihre Ablehnung. Nach deren Ansicht sei der Vertrag eine im Wesentlichen überarbeitete Version der abgelehnten Verfassung, so dass er einem Referendum unterworfen werden sollte.
Tatsächlich seien sie zu feige für ein Referendum, warf Nigel Farage, ein britisches Mitglied der Fraktion „Unabhängigkeit und Demokratie“ den Befürwortern des Vertrags vor. Er beschuldigte sie, ‚totalitäre Mittel’ einzusetzen, um den Text durchzusetzen. Die Angelegenheit, mit dem sich das Parlament an diesem Tag auseinandersetze, sei nichts als eine große Täuschung, so Farage.
Bisher ist Irland das einzige EU-Mitglied, das ein Referendum über den Lissabonvertrag abhalten wird. Farage brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, dass die irischen Bürger den Text mit einem „laut widerhallenden ‚Nein’“ ablehnen würden.
Dort wird die Abstimmung voraussichtlich im Mai oder Juni 2008 abgehalten werden. Der irische Minister für Europäische Angelegenheiten, Dick Roche, gab zu, dass eine postives Abstimmungsergebnis sich als „große Herausforderung“ herausstellen könne. Man könne nicht selbstzufrieden sein, sagte er. Eine Ablehnung des Vertrags in Irland würde Europa in eine ‚euroskeptische Sackgasse’ führen.
Gleichzeitig könnte die Vertragsratifizierung in Deutschland verzögert werden. Dies bedeutet, dass das größte Land der EU den Vertrag nicht rechtzeitig ratifizieren würde, damit dieser wie geplant Anfang 2009 in Kraft treten kann. Laut eines Berichts der deutschen Tageszeitung Die Welt untersuchten Politiker der Partei Die Linke sowie Peter Gauweiler, ein Mitte-Rechts-Politiker von der CSU - einer der Regierungsparteien- den Text, um herauszufinden, ob man diesen vom Bundesverfassungsgericht überprüfen lassen könnte.
Von den deutschen Bundestagsabgeordneten wird weithin erwartet, dass sie den Vertrag bei der Parlamentsabstimmung im Mai 2008 annehmen werden. Der Text muss anschließend allerdings noch vom Präsidenten Horst Köhler unterzeichnet werden.
Wenn dies geschieht, könnte Köhler entscheiden, ob fortgefahren und der Text in jedem Fall unterschrieben wird, oder ob er darauf gewartet werden sollte, dass das Gericht eine Entscheidung trifft, womit die Ratifizierung verzögert würde.



