Die Außenminister haben bei einem Treffen am 17. Juni 2007 die noch immer ausstehenden Fragen zur institutionellen Reform diskutiert. Ein Durchbruch war jedoch aufgrund der polnischen Veto-Drohung nicht in Sicht. Polen, mit Unterstützung der Tschechischen Republik, hält an seinem Vorschlag fest, das Abstimmungssystem im Rat zu ändern.
Die Außenministerin Anna Fotyga sagte zu Journalisten, dass das vorgeschlagene System der doppelten Mehrheit den Einfluss Polens mindern werde, was Polen dies nicht akzeptieren könne.
Nach einem Treffen mit dem polnischen Präsidenten Lech Kaczynski am 16. Juni 2007 erklärte Angela Merkel gegenüber Journalisten: „In der Sache sind die Positionen nicht verändert." Sie fügte hinzu, dass man im Vorfeld des Gipfels noch immer schwerwiegende Probleme zu lösen habe.
Ein weiterer Streitpunkt ist die Charta der Grundrechte, welche das Vereinigte Königreich und die Niederlande nicht in den Text einschließen wollen. Ein Sprecher der britischen Regierung sagte, dass man nichts im neuen Vertrag akzeptieren werde, was Änderungen des bestehenden Arbeits- und Sozialrechts erzwinge.
Währenddessen hat eine Internetumfrage der FT gezeigt, dass die überwiegende Mehrheit der Wähler sich in fünf großen Mitgliedstaaten, in Deutschland, Frankreich, dem Vereinigten Königreich, Spanien und Italien, einem Referendum über den neuen EU-Vertrag wünscht. Die gleiche Umfrage zeigt, dass die Unterstützung für eine weitere Erweiterung der Union abnimmt. In Frankreich und Deutschland sprach sich die Mehrheit der Befragten gegen einen Beitritt der Türkei zur EU aus.



