EurActiv Logo
EU-Nachrichten & Politikdebatten
- durch Sprachenvielfalt -
Bulgaria News
Turkey News
Germany News
Spain News
France News
United Kingdom News
Poland News
Czech Republic News
Slovakia News
Hungary News
Romania News
Serbia News
Greece News
Italy News
Bulgaria Turkey Germany Spain France United Kingdom Poland Czech Republic Slovakia Hungary Romania Serbia Greece Italy
EurActiv.com Réseau

ALLE SEKTIONEN BROWSEN

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

Auf Grund des großen Erfolgs von EurActiv Deutschland findet die komplette deutschsprachige EU-Berichterstattung des EurActiv-Netzwerkes nun über Euractiv.de statt.

Die deutschsprachige Fassung von EurActiv.com wird nicht mehr aktualisiert, alle bisherigen übersetzten Texte bleiben aber im Archiv für Sie verfügbar.

Wir freuen uns, Sie künftig auf EurActiv.de begrüßen zu dürfen!

Rennen um Spitzenpositionen heizt sich auf [DE]

Veröffentlicht 09. Juni 2009 - Aktualisiert 29. Januar 2010
Druckoptimierte VersionEinem Freund senden

Nur Stunden nachdem die EU-Wahlergebnisse bekannt wurden, begannen führende Europaabgeordnete damit, die großen politischen Allianzen zur Ernennung der neuen Kommission und des Parlamentspräsidenten die besprechen.

Joseph Daul, der Vorsitzende der EVP-Fraktion stieß gestern auf Entsetzen, als er eine große Koalition zwischen Europäischen Volkspartei (EVP), den Liberalen (ALDE) und der Sozialdemokratischen Partei Europas (SPE) vorschlug, um Barroso neu zu ernennen.

Bei der gleichen Presseveranstaltung gab der Präsident der EVP Wilfried Martens zu, dass die Auswahl des EVP-Kandidaten für den Posten des Präsidenten des Europäischen Parlamentes nicht leicht sein würde. Er erinnerte daran, dass seine Fraktion in entfernter Vergangenheit sogar gezwungen gewesen sei, eine interne geheime Wahl abzuhalten, um sich auf einen einzigen Kandidaten zu einigen.   

Martens gab an, dass sogar eine mögliche Koalition mit der Allianz der Liberalen und Demokraten (ALDE) angestrebt werden könnte. Es ist möglich, dass die EVP keine parlamentarische Mehrheit bekommt, da sie dann 348 MdEP haben würde, während eine Mehrheit erst bei 379 Parlamentsmitgliedern erreicht wird.  Deshalb erwähnte er besonders die Sozialdemokraten als potentiellen Partner für diesen Fall. 

Der ALDE-Vorsitzende Graham Watson, welcher der erste war, offiziell seine Kandidatur für die Präsidentschaft der EU-Versammlung bekannt zu geben (EurActiv vom 8. Januar 2009) schien mit der Idee einer „großen Koalition“ nicht einverstanden zu sein, da er eine „ideologische Koalition“ zwischen der EVP und der ALDE vorzog.  

Watson bestand darauf, dass die Auswahl die Wahlergebnisse widerspiegeln müsse und sieht ALDE als Teil der mitte-rechten Allianz. Er sagte auch dass die EVP nicht darauf bestehen sollte, die parlamentarische Präsidentschaft ergreifen zu wollen. 

Es könnte sein, dass wenn die EVP die Präsidentschaft der  Kommission wolle, sie erwägen könnte, die Präsidentschaft des Parlamentes an die Liberalen Demokaraten oder die Sozialdemokraten abzugeben. Er würde solch eine Einfallslosigkeit sogar der EVP zutrauen, sagte er unter Gelächter. 

Jedoch würde solch ein Übereinkommen mit der SPE und der ALDE wahrscheinlich in der Aufteilung der fünfjährigen Amtperiode der Präsidentschaft des Europäischen Parlamentes unter den beiden Fraktionen resultieren. Watson hatte wiederholt gesagt, dass er nur ein Kandidat für die ganze fünfjährige Amtsperiode sei.

Im Bezug auf die neue Nominierung von José Manuel Barroso als Kommissionspräsident, stimmte Watson mit beiden Ansichten der EVP nicht überein, dass Barroso, den Vorschriften der Nizzaverträge zufolge jetzt, gewählt werden müsse und dass er nach dem zweiten irischen Referendum nominiert werden sollte, das für Oktober erwartet wird. 

Der aus dem Amt scheidende Präsident des Europäischen Parlamentes, Hans-Gert Pöttering sagte vor kurzem er wolle, dass die Wahl des Kommissionspräsidenten am 15. Juli, während der ersten Teilsitzung des neuen Parlamentes stattfinde (EurActiv vom 20. März 2009). 

Er denke Barroso habe nichts zu befürchten. Er sei nicht der einzige Kandidat, also solle man sich Zeit nehmen ihn ein bisschen logischer in die Verfahren einzuführen und die ganze Nominierung der Kommissionsführung unter dem Vertrag von Lissabon durchführen, falls dieser angenommen werden sollte, so Watson.  

Ambitionen besserer EU-Kommunikation

Watson enthüllte auch seine Pläne, das Problem der niedrigen Wahlbeteiligung bei den EU-Wahlen und den allgemeinen Mangel an Interesse an europäischen Angelegenheiten überwinden zu wollen, wenn er als Präsident des EU-Parlamentes gewählt werden sollte. 

Als aller erstes brauche man eine vernünftige Kommunikationspolitik der Europäischen Institutionen. Man könne zum Beispiel damit anfangen, Euronews den Status eines öffentlichen Fernsehsenders in allen Ländern zu geben, so dass die Menschen regelmäßig über die Vorkommnisse in Brüssel informiert werden, erklärte Watson. 

Außerdem schlug er vor, dass ein gewisser Prozentsatz der EU-Abgeordneten auf gesamteuropäischen Listen gewählt werden könnte, so dass paneuropäische Kampagnen beginnen die 27 nationalen Kampagnen zu ersetzen. Er forderte auch, dass die Kommissare aus den Reihen des Europäischen Parlamentes ausgewählt würden, so dass in seinen Worten, jeder Kommissar ein direkt gewähltes Mandat habe, was den Menschen erlaube die Auswirkungen ihrer Stimme auf die neue Kommission zu betrachten. 

Hintergrund : 

Die Europäische Volkspartei (EVP), die aus den Wahlen vom 4. bis 7. Juni als Gewinner hervorging, drängt auf die Wiederwahl von José Manuel Barroso als Kommissionspräsidenten. Aber das Parlament wird über seine Nominierung in einer geheimen Abstimmung entscheiden (EurActiv vom 5. Juni 2009) und seine Wiederwahl ist noch nicht sicher. 

Die EVP hat außerdem zwei Kandidaten für den Posten des Europäischen Parlaments vorgeschlagen: Polens Jerzy Buzek und Italiens Mario Mauro. 

Zu seinem Nachteil war Mauro nicht Kandidat der größten nationalen Delegation der EVP, wie es der italienische Premierminister Silvio Berlusconi wollte. Die italienische „Partei der Freiheit“ wird 34 Europaabgeordnete stellen, im Vergleich zu Deutschlands CDU, die 42 stellen wird und Polens mitte-rechtsgerichtete PO (Platforma Obywatelska) von Ministerpräsident Donald Tusk, die 28 Europaabgeordnete stellen wird. 

Außerdem, werden nach Angaben von Insidern die Deutschen einen polnischen Kandidaten bevorzugen. 

Es gibt aber auch Kandidaten für den Job aus anderen Fraktionen. Die Partei der europäischen Sozialdemokraten sagt, dass man mehrere Kandidaten hätte und der Anführer der ALDE-Fraktion Graham Watson ist ebenfalls ein wichtiger Mitbewerber. 

More in this section

Advertising