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Sarkozy: Vor Entscheidung über EU-Spitzenpositionen Zeit schinden [DE]

Veröffentlicht 12. Juni 2009 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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José Manuel Barroso müsse sich zu einem Europa verpflichten das seine Bürger schütze, bevor er den Segen von Frankreich und Deutschland zu einem zweiten Mandat der Führung der Europäischen Kommission bekomme, sagte der französische Präsident Nicolas Sarkozy nach einem Treffen mit Angela Merkel in Paris.

Im Elyséepalast mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel sprechend, stellte Sarkozy klar, dass seine Unterstützung für Barroso auch an Forderungen geknüpft sei. 

“Madame Merkel” und er unterstützten Barroso, so Sarkozy, aber man rufe ihn dazu auf, seine Positionen zu erläutern, bevor man seiner zweiten Amtszeit zustimmen werde, betonte der französische Präsident. 

Während die EU Staats- und Regierungschefs die Nominierung des nächsten Kommissionspräsidenten auf ihrem Gipfel in Brüssel am 18. und 19. Juni diskutieren werden, scheint es als ob die Erklärungen aus dem Elyséepalast verlauten lassen, dass Frankreich und Deutschland in der Tat die formelle Ernennung Barossos aufschieben wollen, bis der Vertrag von Lissabon ratifiziert ist, was wohl gegen Ende des Jahres passieren wird. 

Die Kanzlerin und er würden beim nächsten EU-Gipfel am 18. und 19. Juni gerne eine politische Entscheidung sehen, so dass es echte Beratungen zwischen der Rat der EU und dem Europäischen Parlament geben könne, ohne das eine offizielle rechtliche Entscheidung schriftlich niedergelegt werden müsse, sagte Sarkozy.

Wenn das europäische Parlament damit einverstanden sei, würde man die Entscheidung im Juni ratifizieren. 

Das neugewählte Parlament hält während seiner eröffnenden Plenarsitzung im Juni eine geheime Wahl ab, um den vorgeschlagenen neuen Kommissionspräsidenten anzunehmen oder abzulehnen. Das Ergebnis ist jedoch ungewiß, da das neue Parlament viel zersplitterter als das vorherige und die Oppositionsführer des Grünen, Liberalen und Sozialdemokratischen Lagers starten eine Kampagne, um Barroso zu verdrängen.  

Weitere Spitzenpositionen wieder im Bild

Nach der Europawahl könnten die Spitzenpositionen die unter dem Entwurf des Lissabonvertrages geschaffen werden wieder ins Bild rücken und als “Paketdeal” vergeben werden (EurActiv 10. Juni 2009). 

Da die öffentliche Meinung in Irland dieses Mal beruhigender scheinen, werden die hochrangigen Positionen die im Lissabonvertrag vorgesehen sind wieder zum Thema gemacht.

Der Vertrag wird zwei neue EU-Spitzenpositionen einführen: Einen hochrangigen Präsidenten, der EU-Gipfeltreffen für eine Amtszeit von zweieinhalb Jahren vorsitzen wird und eine neu gestaltete Position des Chefs der Außenpolitik. 

In einem weit bekannt gewordenen Interview mit der spanischen Tageszeitung El País sagte Jean-Marie Colombani, der ehemalige Redakteur von Le Monde, dass Sarkozy darauf beharren würde, dass der ehemalige spanische Premierminister Felipe González der erste Präsident der Europäischen Union werden sollte, sobald der Vertrag von Lissabon ratifiziert sei. 

Nach Angaben von Colombani hat Sarkozy die Unterstützung des ehemaligen britischen Premierministers Tony Blair fallen gelassen, da dieser unter anderem nicht genug in seiner jetzigen Position als Spezialgesandter des Nahostquartetts getan habe. Colombani behauptete, dass es Sarkozy egal sei, dass Gonzaléz ein Sozialdemokrat sei, da er ihn zuerst als jemanden mit Ideen über Europa ansehe. 

Ein derartiges Abkommen, das auch einen wichtigen Sozialdemokraten einschließt, könnte den Weg Barrosos für weitere fünf Jahre ebnen, so Repräsentanten der Partei der europäischen Sozialdemokraten, die mit EurActiv anonym gesprochen hatten. Offiziell sind die Sozialdemokraten allerdings gegen Barroso, wie der PSE-Präsident Poul Nyrup Rasmussen in seinem Blog schrieb. 

Auch die Grünen und einige Liberale wollen, dass die Entscheidung über einen neuen Kommissionspräsidenten bis Herbst verschoben wird. 

Im Elyséepalast mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel sprechend, stellte Sarkozy klar, dass seine Unterstützung für Barroso auch an Forderungen geknüpft sei. 

“Madame Merkel” und er unterstützten Barroso, so Sarkozy, aber man rufe ihn dazu auf, seine Positionen zu erläutern, bevor man seiner zweiten Amtszeit zustimmen werde, betonte der französische Präsident. 

Während die EU Staats- und Regierungschefs die Nominierung des nächsten Kommissionspräsidenten auf ihrem Gipfel in Brüssel am 18. und 19. Juni diskutieren werden, scheint es als ob die Erklärungen aus dem Elyséepalast verlauten lassen, dass Frankreich und Deutschland in der Tat die formelle Ernennung Barossos aufschieben wollen, bis der Vertrag von Lissabon ratifiziert ist, was wohl gegen Ende des Jahres passieren wird. 

Die Kanzlerin und er würden beim nächsten EU-Gipfel am 18. und 19. Juni gerne eine politische Entscheidung sehen, so dass es echte Beratungen zwischen der Rat der EU und dem Europäischen Parlament geben könne, ohne das eine offizielle rechtliche Entscheidung schriftlich niedergelegt werden müsse, sagte Sarkozy.

Wenn das europäische Parlament damit einverstanden sei, würde man die Entscheidung im Juni ratifizieren. 

Das neugewählte Parlament hält während seiner eröffnenden Plenarsitzung im Juni eine geheime Wahl ab, um den vorgeschlagenen neuen Kommissionspräsidenten anzunehmen oder abzulehnen. Das Ergebnis ist jedoch ungewiß, da das neue Parlament viel zersplitterter als das vorherige und die Oppositionsführer des Grünen, Liberalen und Sozialdemokratischen Lagers starten eine Kampagne, um Barroso zu verdrängen.  

Weitere Spitzenpositionen wieder im Bild

Nach der Europawahl könnten die Spitzenpositionen die unter dem Entwurf des Lissabonvertrages geschaffen werden wieder ins Bild rücken und als “Paketdeal” vergeben werden (EurActiv 10. Juni 2009). 

Da die öffentliche Meinung in Irland dieses Mal beruhigender scheinen, werden die hochrangigen Positionen die im Lissabonvertrag vorgesehen sind wieder zum Thema gemacht.

Der Vertrag wird zwei neue EU-Spitzenpositionen einführen: Einen hochrangigen Präsidenten, der EU-Gipfeltreffen für eine Amtszeit von zweieinhalb Jahren vorsitzen wird und eine neu gestaltete Position des Chefs der Außenpolitik. 

In einem weit bekannt gewordenen Interview mit der spanischen Tageszeitung El País sagte Jean-Marie Colombani, der ehemalige Redakteur von Le Monde, dass Sarkozy darauf beharren würde, dass der ehemalige spanische Premierminister Felipe González der erste Präsident der Europäischen Union werden sollte, sobald der Vertrag von Lissabon ratifiziert sei. 

Nach Angaben von Colombani hat Sarkozy die Unterstützung des ehemaligen britischen Premierministers Tony Blair fallen gelassen, da dieser unter anderem nicht genug in seiner jetzigen Position als Spezialgesandter des Nahostquartetts getan habe. Colombani behauptete, dass es Sarkozy egal sei, dass Gonzaléz ein Sozialdemokrat sei, da er ihn zuerst als jemanden mit Ideen über Europa ansehe. 

Ein derartiges Abkommen, das auch einen wichtigen Sozialdemokraten einschließt, könnte den Weg Barrosos für weitere fünf Jahre ebnen, so Repräsentanten der Partei der europäischen Sozialdemokraten, die mit EurActiv anonym gesprochen hatten. Offiziell sind die Sozialdemokraten allerdings gegen Barroso, wie der PSE-Präsident Poul Nyrup Rasmussen in seinem Blog schrieb. 

Auch die Grünen und einige Liberale wollen, dass die Entscheidung über einen neuen Kommissionspräsidenten bis Herbst verschoben wird. 

SPE mit einem neuen Namen?

Inzwischen sieht es so aus als werde die SPE ihren Namen ändern. 

Es gebe Bedingungen dafür, eine neue Fraktion im Europäischen Parlament zu gründen, die „Allianz der Sozialdemokraten und Demokraten“ (ASDE) genannt werden sollte und die europäischen Sozialdemokraten mit den italienischen Demokraten vereinigt, so Dario Franceschini, der Vorsitzende der italienischen PD nach einem Treffen am Donnerstag im Europäischen Parlament mit dem Vorsitzenden der SPE, Martin Schulz. 

Es sei wichtiger Schritt nach vorne. Man sei glücklich, dass die SPE damit einverstanden sei, fügte Franceschini hinzu, indem er klar machte, dass einer der gemeinsamen Positionen der neuen Fraktion die Opposition zur Wiederwahl Barrosos als Präsident der Europäischen Kommission sei.

Inzwischen sieht es so aus als werde die SPE ihren Namen ändern. 

Es gebe Bedingungen dafür, eine neue Fraktion im Europäischen Parlament zu gründen, die „Allianz der Sozialdemokraten und Demokraten“ (ASDE) genannt werden sollte und die europäischen Sozialdemokraten mit den italienischen Demokraten vereinigt, so Dario Franceschini, der Vorsitzende der italienischen PD nach einem Treffen am Donnerstag im Europäischen Parlament mit dem Vorsitzenden der SPE, Martin Schulz. 

Es sei wichtiger Schritt nach vorne. Man sei glücklich, dass die SPE damit einverstanden sei, fügte Franceschini hinzu, indem er klar machte, dass einer der gemeinsamen Positionen der neuen Fraktion die Opposition zur Wiederwahl Barrosos als Präsident der Europäischen Kommission sei.

Hintergrund : 

Der ehemalige Präsident des Europäischen Parlamentes, Hans-Gert Pöttering, war im letzten März dagegen, dass die Europäische Kommission vor dem 15. Juli, auf der allerersten Sitzung der neuen Versammlung ernannt werden sollte (EurActiv vom 20. März 2009). 

Unterdessen schlug Joseph Daul, der Vorsitzende der mitte-rechtsgerichteten EVP-Fraktion, eine große Koalition zwischen der Europäischen Volkspartei, der liberalen ALDE-Fraktion und der Partei der Europäischen Sozialdemokraten vor, um Barroso wiederzuwählen (EurActiv vom 9. Juni 2009). 

Allerdings ist die PSE kategorisch gegen die Unterstützung Barrossos. In dem Fall, dass Barroso in der geheimen Wahl nicht unterstützt wird könnten Liberale, Grüne und Sozialdemokraten sich zusammenschließen und einen alternativen Kandidaten durchbringen; den ehemaligen belgischen Premierminister Guy Verhofstadt (EurActiv vom 10. Juni 2009). 

Die Idee, dass der neue Kommissionspräsident unter dem Vertrag von Lissabon gewählt werden sollte, wie auch die EU-Kommissare hat auch Zuspruch gefunden. Dies würde bedeuten, dass der Kommissionspräsident erst nach dem in Kraft treten des Vertrags von Lissabon, also nach dem Referendum in Irland im Oktober, gewählt werden würde. 

Der Vertag führt zwei neune Spitzenpositionen ein. Einen Präsidenten der die Sitzungen der EU-Gipfel für eine zweieinhalb Jahre lange Amtszeit leiten wird und die umgestaltete Position eines europäischen Außenministers. 

Trotzdem will Schweden, das am 1. Juli die EU-Ratspräsidentschaft übernehmen wird, die Ernennung eines neuen Kommissionspräsidenten nicht verzögern (EurActiv 10. Juni 2009).

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