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Senatoren gegenüber den Sorgen des tschechischen Kabinetts zum EU-Vertrag feindlich [DE]

Veröffentlicht 24. August 2009 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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Ein tschechischer Minister sagte letzte Woche, dass er sich über eine Anrufung des Verfassungsgerichtshofs durch eine Gruppe von Senatoren Sorgen machte, die Ratifizierung des Lissabon-Vertrages zu verschieben bis nationale Gesetze geändert sind. EurActiv Tschechien trug zu diesem Artikel bei.

Der tschechische Minister für europäische Angelegenheiten, Stefan Fuele, hat Bedenken geäußert, dass die Ratifizierung des Vertrages durch einen Versuch einer Gruppe von Senatoren, hauptsächlich aus der Mitte-Rechts ODS Partei, weiter hinausgezögert werden könnte, Änderungen in ein erst kürzlich angenommenes Gesetz einzuführen.

Das so genannte "EU-bezogene besondere Mandat", welches als eine Voraussetzung für die Ratifizierung des Lissabon-Vertrages angenommen wurde, verpflichtet die Regierung der parlamentarischen Zustimmung, wenn nationale Befugnisse auf die EU übertragen werden.

Eine Gruppe von Politikern, angeführt von Senator Jiri Oberfalzer (ODS), besteht nun darauf, dass bei einer solchen Übertragung der Macht, das Parlament mit einer 3/5-Mehrheit statt einer einfachen Mehrheit zustimmen müsse.

Oberfalzer besteht auch darauf, dass der tschechische Verfassungsgerichtshof das letzte Wort in der Interpretation der EU-Gesetzgebung haben sol, welche dem Lissabon-Vertrag folgt. Er sagt, dass das Gesetz welches den Verfassungsgerichtshof regiert, sich ändern müsse, so dass die Richter des Gerichtshofs entscheiden können, ob einzelne Schritte der EU im Einklang mit der tschechischen Verfassung stehen.

Der Ratifizierungsprozess des Lissabon-Vertrages sollte ausgesetzt werden, bis die relevanten Gesetzesänderungen vorgenommen wurden, besteht die Gruppe der Politiker.

"Solch eine Entwicklung würde auch internationale Auswirkungen haben und könnte die Fähigkeit Tschechiens, die Voraussetzungen zu erfüllen, in Frage stellen sowie die Glaubwürdigkeit des Landes in den Augen seiner Partner innerhalb der EU für eine lange Zeit schädigen", hat Fuele wiederholt gesagt.

Der tschechische Minister aus dem Übergangskabinett kritisierte auch die Tatsache, dass keine klare Frist für die Ratifizierung vorliege, obwohl das Parlament den Vertrag vor mehr als drei Monaten verabschiedet hat.

Die Politiker, deren Vorsitz Oberfalzer übernahm, bereitet eine weitere Beschwerde für den Verfassungsgerichtshof vor, welche sich auf einige Teile des Vertrags von Lissabon konzentrieren wird, so EurActiv Tschechien. Es wird erwartet, dass die Beschwerde Anfang September fertig ist.

Hintergrund : 

Die andauernde institutionelle Ungewissheit über den Lissabon-Vertrag begann ernsthaft, als irische Wähler, den Text durch ein Volksreferendum im Juni 2008 ablehnten (EurActiv vom 13. Juni 2008).

Als sich die irische Regierung jedoch verpflichtete, ein zweites Referendum Ende 2009 abzuhalten, nachdem ihr eine Reihe von Schlüsselzugeständnissen von den EU-Regierungschefs garantiert wurden (EurActiv vom 12. Dezember 2008), richtete sich die Aufmerksamkeit bald auf die tschechische Republik.

Während das tschechische Parlament den Vertrag im Februar ratifizierte (EurActiv vom 18. Februar 2009), hat der tschechische Senat seine abschließende Abstimmung wiederholt verschoben, infolge der inhaltlichen Verbindung zum umstrittenen US-Raketenverteidigungsabfangschirm (EurActiv vom 18. Februar 2009).

Die Spaltungen in der Demokratischen Partei (ODS) über den Vertrag waren tief genug, um den Zusammenbruch der tschechischen Regierung zu beeinflussen, ein Ursache entschiedener Peinlichkeit für das Land, welches in der ersten Jahreshälfte die rotierende EU-Präsidentschaft innehielt (EurActiv vom 25. März 2009).

Die Gegner des Lissabon-Vertrags unter den tschechischen Senatoren wendeten sich zuerst 2008 an den Verfassungsgerichtshof. Vergangenen November hatte das Gericht entschieden, es befinde den Vertrag nicht mit der tschechischen Verfassungsordnung für unvereinbar.

Am 6. Mai hatte das tschechische Oberhaus den Lissabon-Vertrag mit großer Mehrheit angenommen, was den Weg zur endgültigen Annahme des Vertrages in der tschechischen Republik ebnete. Aber der Text braucht noch das präsidentielle Siegel von Václav Klaus.

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