EurActiv Logo
EU-Nachrichten & Politikdebatten
- durch Sprachenvielfalt -
Bulgaria News
Turkey News
Germany News
Spain News
France News
United Kingdom News
Poland News
Czech Republic News
Slovakia News
Hungary News
Romania News
Serbia News
Greece News
Italy News
Bulgaria Turkey Germany Spain France United Kingdom Poland Czech Republic Slovakia Hungary Romania Serbia Greece Italy
EurActiv.com Réseau

ALLE SEKTIONEN BROWSEN

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

Auf Grund des großen Erfolgs von EurActiv Deutschland findet die komplette deutschsprachige EU-Berichterstattung des EurActiv-Netzwerkes nun über Euractiv.de statt.

Die deutschsprachige Fassung von EurActiv.com wird nicht mehr aktualisiert, alle bisherigen übersetzten Texte bleiben aber im Archiv für Sie verfügbar.

Wir freuen uns, Sie künftig auf EurActiv.de begrüßen zu dürfen!

Vorerst kein Raketenabwehrsystem unter Obama, Lissabon-Prozess in Tschechien blockiert [DE]

Veröffentlicht 30. Januar 2009 - Aktualisiert 29. Januar 2010
Druckoptimierte VersionEinem Freund senden

Die Entscheidung des US-Präsidenten Barack Obama, vom Plan der Vorgängerregierung zur Entwicklung eines Raketenabwehrsystems in Osteuropa Abstand zu nehmen, blockiere die Ratifizierung des Vertrags von Lissabon durch das tschechische Parlament, erklärten tschechische Analysten EurActiv.

Der tschechische Außenminister Karel Schwarzenberg erklärte gestern (29. Januar 2009), er gehe davon aus, dass die Vereinigten Staaten in Erwägung zögen, das Projekt für das Raketenabwehrsystem in Mitteleuropa zu verschieben, nachdem Russland am Tag zuvor positiv auf die sichtbaren Veränderungen in der US-Politik reagiert habe (EurActiv vom 29. Januar 2009). 

Die USA würden das Projekt wohl kaum gänzlich aufgeben, er könne sich aber vorstellen, dass es verschoben werde, sagte Schwarzenberg Berichten zufolge in Wien, wo er an einem Treffen der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) teilnahm.

„Das macht die Situation nicht gerade einfacher“, meinte Lukas Pachta, ein Politikanalyst bei Europeum, einem Think Tank für EU-Politik in Prag, zu EurActiv.

„Es scheint ein Abkommen zwischen der größten Partei der [Regierungs-] Koalition und der größten Oppositionspartei gegeben zu haben, dass im Falle der Verabschiedung des Abkommens über das Raketenabwehrsystem auch der Vertrag von Lissabon ratifiziert werde. Da der Lissabon-Vertrag nun auf Eis liegt und auch das Raketenabwehrsystem, ist alles blockiert“, erklärte er.

Die Regierungspartei ODS selbst sei gespalten, führte er weiter aus. „Die Regierung und die Minister wollen den Lissabon-Vertrag eigentlich ratifizieren, doch zögern die ODS-Mitglieder des Parlaments, insbesondere im Senat, über den Vertrag abzustimmen. Es ist nicht sicher, dass der Lissabon-Vertrag durch den Senat gebracht werden kann. Darum ist dazu bislang auch noch kein richtiger Versuch unternommen worden. Da die Regierung keinen Misserfolg verbuchen will, wird sie die Abstimmung eher hinausschieben“, fügte Pachta hinzu.

Patcha äußerte sich zu Berichten, der Senat könne am 15. Februar 2009 (EurActiv vom 29. Januar 2009) über den Vertrag abstimmen, und sagte, es scheine auch Schwierigkeiten im Unterhaus zu geben. „Ich denke nicht, dass der Lissabon-Vertrag vor dem Ende der tschechischen Ratspräsidentschaft ratifiziert wird. Aber natürlich werden alle Vertreter der Regierung sagen, dass man sein Möglichstes unternehme“, meinte der tschechische Analyst. 

Vera Rihackova, eine Analystin desselben Think Tanks, fügte hinzu, dass auch der Senatsausschuss die politische Lage als „ungünstig“ für die Ratifizierung des Lissabon-Vertrags bezeichnet habe. In einer Erklärung forderte der Senatsausschuss mehr Zeit und schlug vor, die Ratifizierung bis zum Ende der tschechischen Ratspräsidentschaft hinauszuschieben. 

Hintergrund : 

Im Dezember letzten Jahres enttäuschte das tschechische Parlament die anderen EU-Regierungen, als es seine Abstimmung über den Vertrag von Lissabon aufschob und damit alle Hoffnungen zunichte machte, Tschechien könnte den umstrittenen Vertrag noch vor Übernahme der sechsmonatigen EU-Ratspräsidentschaft am 1. Januar 2009 ratifizieren (EurActiv vom 10. Dezember 2008). 

Einer der Hauptgründe für die Verzögerung war die Strategie von Premierminister Mirek Topolánek, die Ratifizierung des EU-Reformvertrags an die Zustimmung des Parlaments für ein US-amerikanisches Radargerät auf tschechischem Grund, das Teil des von der Bush-Regierung geplanten Raketenabwehrsystems werden sollte, zu knüpfen.

Vor einigen Tagen kündigte der Sprecher des tschechischen Parlaments an, die Abstimmung werde am 15. Februar 2009 stattfinden (EurActiv vom 29. Januar 2009), obgleich eine weitere Verzögerung nicht auszuschließen ist.

More in this section

Advertising