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Zwölfköpfiger “Rat der Weisen” soll Europa neu durchdenken [DE]

Veröffentlicht 14. Oktober 2008 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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Nach und nach werden Einzelheiten über die Zusammensetzung einer geplanten doch umstrittenen Reflexionsgruppe bekannt, die die Herausforderungen, denen sich die Union auf lange Sicht (Horizont 2020-2030) gegenübersehen wird, vorhersehen soll. Es scheint nun, dass die neunköpfige Gruppe nun doch aus zwölf Mitgliedern bestehen soll, da der Vorsitzende der Gruppe Felipe González Márquez sich und seine beiden Vertreter in seinem der französischen EU-Ratspräsidentschaft vorgelegten Vorschlag nicht mitgezählt hatte.

Der frühere spanische Premierminister Felipe González Márquez, der auf dem EU-Gipfel am 14. Dezember 2007 zum Vorsitzenden bestimmt wurde, umging den Widerstand Großbritanniens bezüglich des Mandatsumfangs der Gruppe geschickt, indem er vorschlug, dass Richard Lambert, Geschäftsführer der Confederation of British Industry und früherer Redakteur der Financial Times, Mitglied der Gruppe werden solle.

González habe gut daran getan, einen Briten auf die Liste zu setzen, meinte ein britischer Diplomat.

Doch González Márquez überraschte die französische Ratspräsidentschaft, als er eine Liste mit neun Namen vorlegte, auf der er selbst und seine beiden Vertreter, die frühere Präsidentin Lettlands Vaira Vike-Freiberga und der ehemalige Vorstandsvorsitzende von Nokia Jorma Ollila, nicht erwähnt wurden.

Diplomaten erklärten später, das bedeute nicht, dass Gonzáles und seine Vertreter sich zurückzögen. Die Gruppe werde stattdessen nicht einen neunköpfigen, sondern einen zwölfköpfigen „Rat der Weisen“ bilden.

Unter den anderen vorgeschlagenen Mitgliedern sind die bekanntesten Namen der des historisch bedeutenden Anführer der polnischen antikommunistischen Bewegung ‚Solidarność’ und früheren polnischen Präsidenten Lech Wałęsa sowie der Name des früheren italienischen Kommissars für Wettbewerb Mario Monti. Weitere designierte Mitglieder sind Lykke Friis von der Universität Kopenhagen, Nicolas Notat, ehemaliger Chef der CFDT-Gewerkschaft in Frankreich, Wolfgang Schuster ein deutscher Konservativer und Bürgermeister von Stuttgart, Rainer Münz, ein österreichischer Wirtschaftswissenschaftler, Rem Koolhas, ein niederländischer Architekt und Kalypso Nicolaidis, ein griechischer Professor.

Dem polnischen Radio zufolge war González Márquez wenig erfreut über die Kandidatur von Lech Wałęsa. Das lag vor allem daran, dass letzterer keinerlei Fremdsprachen spricht. González Márquez sah sich allerdings gezwungen, Wałęsa dennoch aufzunehmen, nachdem die polnische Regierung keinen anderen Kandidaten vorgeschlagen hatte.

Die Auswahl von neun Personen aus 27 Mitgliedstaaten sei keine leichte Aufgabe gewesen, meinte ein Diplomat.

In einem Interview, das Lech Wałęsa EurActiv Poland kürzlich gab, hatte dieser erklärt, Europa brauche „mehr Solidarität“ (EurActiv vom 10. Oktober 2008). 

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