Analysis: Challenges for journalism in Brussels

DISCLAIMER: All opinions in this column reflect the views of the author(s), not of EURACTIV.COM Ltd.

Sonja Niemann writes in this V.i.S.d.P. article about the challenges of reporting on EU-affairs in Brussels.
The complete version of this article is available in German.

Zusammenfassung und Auszüge:

Die Kernaussage dieses Artikels: „Es gibt dankbarere Aufgaben, als über EU-Politik zu berichten“.

Die Redaktionen zu Hause haben wenig Ahnung vom Thema, aber dafür eine Meinung.  Daher lautet die journalistische Vorgabe, damit das spröde Thema überhaupt ein bisschen sexy wird: „Personalisieren, dramatisieren und wenn es sich anbietet auch skandalisieren – kurz: eher Gefühle als den Verstand bedienen.“

Das Erich-Brost-Institut veröffentlichte kürzlich eine Feldstudie zur EU-Berichterstattung in den europäischen Medien.  Sie kam zu dem Schluss, dass in allen zehn untersuchten europäischen Ländern die Journalisten das Gefühl hätten, darum kämpfen zu müssen, Europathemen unterzubringen. 

Diese Ansicht teilt auch Marcello Faraggi, freier Journalist in Brüssel, welcher unter anderem die Korruptionsfälle im EU-Statistikamt Eurostat 2003 recherchierte und 1999 am „Edith-Cresson-Fall“ mit arbeitete, welcher zum Rücktritt der gesamten Santer-Kommission führte. „In Brüssel passieren manchmal Dinge, die aus meiner Sicht eigentlich ein politisches Erdbeben auslösen müssten“, sagt er. „Aber das bleibt in der Regel aus.“ Stattdessen Schulterzucken.  Brüssel ist weit weg.

Hajo Friedrich, freier Journalist in Brüssel, ist der Ansicht, dass die 15.000 Lobbyisten, häufig als fünfte Gewalt bezeichnet, an Einfluss und Macht bereits soweit aufgeholt haben, dass sie die so genannte vierte Gewalt – nämlich die Medien – längst überholt haben.  

Die Presse hat es aber auch nicht immer leicht. Laut Friedrich versorgen „Lobbyisten und Anwaltskanzleien […] – und selbst EU-Abgeordnete, Kommissare und EU-Diplomaten […] Journalisten gezielt immer wieder mit Exklusivmaterial. Der Zweck ist klar: sie wollen so nicht nur bestimmte Anliegen in die Öffentlichkeit tragen. Es geht indirekt oftmals auch darum, Journalisten in ihre Schuld zu bringen, um sie jederzeit wieder einspannen zu können“.

Ein weiteres Hindernis für Brüsseler Korrespondenten ist das „Informationsdickicht Brüssel“.  Neuen Korrespondenten wird häufig geraten sich ein Thema auszusuchen und dabei zu bleiben. Sie sollten nicht versuchen alle Ereignisse zu verfolgen, denn dies verurteile sie zum Scheitern.  Silvana Koch-Mehrin, Vizechefin der Liberalen im EU-Parlament, ist der Ansicht, dass Brüssel-Korrespondenten manchmal noch betriebsblinder seien als die Politiker und gar nicht wüssten, welche ganz einfachen Fragen die Bürger wirklich hätten.  

Eine vollständige Version des Artikels kann hier  herunter geladen werden. 


 

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